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Eine Tag- und eine Nachtpirschfahrt im viert- größten Nationalpark Südafrikas
Mit seinen mehr als 500qkm ist der Pilanesberg Nationalpark, etwa 150km nordwestlich von Johannesburg gelegen, der viertgrößte Nationalpark in Südafrika.
Da er unmittelbar an den Komplex “Sun City/Lost City” angrenzt, bietet er sich geradezu an, dass man bei einem Aufenthalt dort auch eine Pirschfahrt in ihm unternimmt.
Der Nationalpark selbst befindet sich in einem erloschenen alkalischen Vulkankrater, einem der wenigen weltweit.
Umgeben ist er von den Pilanes Bergen, die in auch den Namen gegeben haben. Der Park ist im Unterschied zu vielen anderen Nationalparks im südlichen Afrika malariafrei (null Lariam !).
Gegründet wurde er erst Mitte der 70-er Jahre, umgeben ist von einem hohen Wildschutzzaun. Mit der “Operation Genesis” wurden auch bis damals dort nicht vorkommende Tiere wie die
Elant-Antilopen, Wasserböcke, weiße und schwarze Nashörner, Büffel und Elefanten angesiedelt.
Durch diese Tieransiedlung besteht die Chance, dass man hier die “Big Five” (Löwe, Elefant, Büffel, Nashorn und Leopard) sehen kann.
Von Sun City aus werden verschiedene “Game Drives” in offenen Kleinlastern angeboten, bei entsprechender Gruppengröße auch eine Fußpirsch. Ich für mich habe mich für eine
Morgenpirsch (ab Sonnenaufgang ca. 3 Stunden) und für eine Nachtpirsch in der Dunkelheit entschieden.
Wie in fast allen Nationalparks muss man von der “heilen Welt“ der Tierfilme Abschied nehmen, dass einem die Tiere nur so über den Weg laufen.
Das Finden der Tiere ist z.T. mit deutlichem Aufwand verbunden, aber viele Augen sehen mehr als die zwei eigenen. Auch von einer Kamera mit einem Objektiv mit einer Brennweite von weniger
als 100mm sollte man Abstand nehmen, denn nach der Entwicklung der Filme hat es dann nur den Anschein, dass eine Mücke auf das Bild ihr großes Geschäft erledigt hat und der fotografierte Löwe gar nicht zu sehen ist.
Die meisten Fotos hier sind mit einer Brennweite von 400mm aufgenommen. Da ich zu blöd war, schon in Deutschland an eine eventuelle Nachtpirsch zu denken, kann ich die
Nachtaufnahmen nur mit einem 100-er Film vornehmen (800-er Diafilm gibt’s in Südafrika nicht), d.h., trotz Suchscheinwerfer bleiben bei 400mm Brennweite meist nur noch 1/5 bis
1/30s übrig, deshalb hat es mich auch selber gewundert, dass die Bilder doch noch einigermaßen scharf geworden sind.
Bei der Nachtpirsch werden an den Seiten des offenen Fahrzeugs Suchscheinwerfer angebracht, ohne die würde man einen Elefanten, der 5 Meter neben dem Fahrzeug
steht, oft kaum sehen (wegen des sternenklaren Himmels).
Was man aber dann im Suchscheinwerfer findet (bei entsprechender Suchtechnik) ist schon beindruckend. Aufgrund der hohen Besatzdichte hier im Nationalpark ist die Wahrscheinlichkeit
groß, viele Tiere vor die Augen zu bekommen, trotz des zum Teil hochgewachsenen Grases.
Interessant wird die ganze Sache mit einem Elefanten, der sich vorgenommen hat einen Teil seiner heutigen Wegstrecke auf der Sandpiste zu verbringen. D.h., der Fahrer im VW-Microbus
im Bild oben links (in Südafrika gebauter T3-Bus mit Audi-Motor) muss schleunigst den Rückwärtsgang einlegen.
So darf er nun über die nächsten Kilometer dem Elefanten durch Rückwärtsfahren entkommen. Da noch einige Fahrzeuge nachkommen, bildet sich langsam ein Verkehrsstau, und das mitten
in einem Nationalpark. Der Elefant nimmt die ganze Sache mit sichtlicher Freude auf, wie am Bild oben unschwer zu erkennen ist.
Auch bei der Nachtpirsch entdecken wir wieder viele Elefanten, meist sind sie aber soweit weg, dass sich ein Foto kaum lohnt. Auch zwei
Flusspferde machen wir bei der Nachtpirsch im Suchscheinwerfer aus, und das einige Kilometer vom nächstgelegenen Gewässer entfernt.
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