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Bevor ich das Hotel zum ersten Male sah, hatte ich noch die Befürchtung, dass man hier den “Ayers Rock Resort”-Effekt hat, also das die Lost City nichts anderes als eine
“Kost City” ist. Ich konnte mich aber eines Anderen Überzeugen.
Nach dem bereits vorher erwähnten “Zwei-Mann”- Flug von Johannesburg zum International Airport von Pilanesberg (150km Flugstrecke) stehe ich nun da und warte darauf vom Hoteltaxi
abgeholt zu werden, was auch prompt klappt. Am Eingang des von den Pilanes Bergen umgegebenen Sun City Resorts erfolgt die Trennung zwischen Tagesbesuchern und Hotelgästen, denn nur Hotelgäste dürfen mit dem Auto
rein, der Rest muss die Monorail vom Parkplatz aus benutzen.
Überwältigt bin ich von der Eingangshalle des Hotels mit der Rezeption u.ä.. Faszinierend ist das Kuppelgemälde der Eingangshalle, die mit ihren handgemalten Deckengemälden (siehe Bild
links) an eine Kathedralendecke erinnert. Beeindruckend ist auch der Rest der Eingangshalle.
Nun heißt es Einchecken im Hotel. Hab ich überhaupt die richtige Kleidung an, oder kriege ich gar keinen Einlass? Der Mann in Badeschlappen neben mir überzeugt mich sofort davon, dass ich
auf ein paar Kilo Reisegepäck hätte verzichten können (Nix Krawatte und Co.).
Nachdem ich die Schlüssel zum Hotelzimmer erhalten habe, geht’s nun ab zum Zimmer. Als der Gepäckträger die handgeschnitzte Tür öffnet, verschlägt es mir sofort die Sprache, das kann
doch unmöglich das Zimmer sein, welches ich gebucht hatte! In dem Zimmer bringen viele in Deutschland den kompletten Grundriss ihres Eigenheims unter (12x11m). Wie sich später herausstellen wird, wurde ich kostenlos
auf eine Familiensuite “upgegradet” (siehe Bild links weiter unten”). Erst für die letzte Nacht durfte ich in ein “Standardzimmer” umziehen.
Hier bin ich nun im Zimmer mit Telefon neben der Badewanne und begehbaren Kleiderschrank (wahrscheinlich hätte mir für die vier Tage alleine der Kleiderschrank zur Übernachtung ausgereicht).
Vom eisgekühlten Champagner am Tisch nehme ich Abstand, wer weiß, was die Flasche kostet.
Gleich für den nächsten Morgen habe ich mir eine Pirschfahrt im benachbarten Pilanesberg Nationalpark organisiert, im Anschluss gibt’s um 11 Uhr erst mal einen Brunch, bevor ich mich
daran mache, die ganze Anlage zu erforschen, was auch noch die nächsten Tage in Anspruch nehmen sollte. Als Gast des Palace hat man die Möglichkeit, dass man auch überall hinkommt, die Gäste der anderen Hotels
(Cascades, Sun City Hotel, Cabanas, Vacation Club) dürfen ins Palace und Teilen der Lost City nur über geführte Touren (Sun City Tours, Dauer 1-1,5h).
Die Themenlandschaft “Lost City” bietet für ein paar Tage genügend Abwechslung für viele Interessen. Im hoteleigenen Regenwald (auf 25ha 1,6 Millionen Bäume, Sträucher und
Pflanzen) unternehme ich einige Wanderungen, die Pools müssen zum Baden und Schwimmen herhalten, die Wasserfälle zum Genießen. Im Valley of Waves genieße ich die künstlich erzeugten Wellen am künstlichen Sandstrand.
Auch den anderen Hotels mit ihren Themenparks statte ich einen Besuch ab.
Den späteren Nachmittag nutze ich meist zu einem Abstecher ins Entertainment-Center mit den Spielkasinos, Kinos (“Mr Bones” mit Leon Schuster muss dran glauben - der Macher der
in Deutschland bekannten Filme “Der Dschungel muss verrückt sein” und “Yankee Zulu”). Einen Muskelkater am rechten Zeigefinger hole ich mir an den einarmigen Banditen im Jungle Casino.
Das Abendessen genehmige ich mir immer in einem der vielen Restaurants auf dem Gelände, wo 24h am Tag die kostenlosen Busse zwischen den Hotels verkehren.
Für umgerechnet 18€ bekommt man im Cristal Court des Palace-Hotels ein viergängiges Menü, in Deutschland schon in einem Drei-Sterne-Hotel kaum vorstellbar. Auch ein nach dem
bayerischen Reinheitsgebot gebraute “Preisnhalbe” (für nicht Norditaliener: ein Bier weniger als 0,5l) Windhoek Bier belastet meine Reisekasse gerade mal mit gut 2€, irgendwie paradox zu den (hier
sonst so üblichen) Übernachtungspreisen. Auch im Entertainment-Center gibt es den Cappuccino schon für 75 Cent.
Für ein Abendessen habe ich mich mit einem Ehepaar verabredet, das, wie wir anhand unserer Reiseberichte-Homepages feststellen konnten, genau zu der Zeit, wo ich 2001 in Westaustralien war,
dort fast genau die gleiche Strecke abgefahren war. Durch Zufall hatten wir über Mail erfahren, dass wir wieder zur gleichen Zeit in Sun City sein werden. Es gibt schon manchmal verrückte Zufälle.
Einen anderen Abend nutze ich für eine nächtliche Pirschfahrt im Pilanesberg Nationalpark.
Da mein Handicap wahrscheinlich viel zu groß sein würde, wird aus einer Golfpartie auf den Golfplätzen nichts.
Auch wenn man sich fragen kann, was denn solch eine Anlage mitten in der Savanne soll, eines lässt sich sagen:
Hier hat sich jemand viele Gedanken gemacht, um etwas Außergewöhnliches auf die Beine zu stellen, ohne dabei in einen “Las Vegas”-Kitsch zu verfallen und dabei nicht den
(Geld-)Adel anzusprechen. Meiner Meinung nach waren viele der Gäste von der Sorte “das leiste ich mir mal” und nicht “das wird von mir erwartet, dass ich mir das mal leiste”, auch wenn manche
aussahen, dass sie einen Nervenzusammenbruch nahe wären, wenn ihr Designer-Safari-Anzug ein Staubkorn abbekommen würde.
Es gibt Unmengen von Marmor im Palace-Hotel, es gibt immer wieder was Neues zu finden (Geländer mit Glasstangen, Zebrafellstühle, ...) und der 24 Stunden Internetzugang vom Zimmer aus über
den Fernseher ist billiger als 15min auf dem Flughafen Amsterdam-Schipol.
Aber: Ich freue mich aber schon auf meinen nächsten Urlaub und dann hoffentlich wieder im Zelt. Gut 11 Monate im Jahr auf einer guten Matratze müssen wohl ausreichen.
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