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Tag 10 und 11: Sossusvlei - Swakopmund
Mitten durch die nördliche Namib führt die Route nun nach Swakopmund an der Atlantikküste. Aber dazwischen liegt noch der Kuiseb Canyon, eine Marderstrecke für jedes Auto.
Auch einer unserer Autostoßdämpfer ist dieser Meinung und verabschiedet sich, sodass die Reise mit einem interessanten Federungskomfort nach Swakopmund weitergeht (“Doing-
Doing-Auto”).
Beim Betrachten der Landschaft hier ist es kaum vorstellbar, das zwei deutsche Geologen im 2.Weltkrieg hier 2 Jahre ausgehalten haben, wie es vorzüglich im Buch “Wenn es Krieg gibt,
gehen wir in die Wüste” (von Henno Martin) beschrieben ist, eine Lektüre, die ich nur jedem empfehlen kann.
Ihr damaliges Versteck vor der Internierung durch die Südafrikaner ist auch heute noch auf der Farm Niedersachsen zu sehen.
In der Namib wächst auch die Welwitschia mirabilis eine Pflanze, die bis zu 2000 Jahre alt werden kann.
Am Ortseingang von Swakopmund steht “Martin Luther”, ein Lokomobil mit dem man Fracht zum Eisenbahnbau transportieren wollte, da für die Ochsengespanne zu wenig Wasser da war.
Nach 3 Monaten schaffte man 30 Kilometer von Walfischbay aus beginnend, dann versank man im Sand. Aus dem Ausspruch von Martin Luther auf dem Reichstag zu Worms von 1521 „Hier steh ich,
ich kann nicht anders“ entwickelte sich der heutige Name des Lokomobils.
Swakopmund selbst hat fast schon Nordseeklima. Mit seinen etwa 30000 Einwohnern, davon ca. 60% deutsch sprechend, ist sie die wohl größte deutsche Stadt außerhalb von Deutschland. Es gibt
ein altes Amtsgericht, ein Brauhaus, einen wilhelminischen Bahnhof, der nun zum “Swakopmund Hotel” umgebaut wurde. Nur noch vom Rost gezeichnet ist die Jetty zum Verladen.
Viele Straßennamen sind deutsch, in den Buchgeschäften sind fast nur deutsche Titel vorrätig. Als Übernachtungsort dient für mich das altehrwürdige Hansa Hotel, das ich nur jedem
empfehlen kann.
Tags drauf gibt es einen Abstecher nach Walvis Bay. Walvis Bay ist der einzige Tiefseehafen von Namibia. Es war bis 1994 eine Enklave von Südafrika und gehörte nie zum deutschen
Schutzgebiet (war im Besitz der Briten).
Dort sind auch Gewinnungsanlagen für Meersalz, dass dort gewonnene Salz wird für die chemische Industrie und den Straßenbau benutzt. Zwischen
Swakopmund und Walvis Bay befinden sich neben der radarkontrollierten Küstenstraße herrlichste Sanddünen und ein riesiger Sandstrand. Einzig die Wassertemperaturen von ganzjährig 16°C halten vom Baden ab.
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