Tag 4: Vancouver - Revelstoke NP

Gut 600km werden wir hinter uns gebracht haben, wenn wir heute Abend auf dem Zeltplatz in Revelstoke am gleichnamigen Nationalpark angekommen sein werden. Zuerst heißt es aber das Gepäck auf unser Transportfahrzeug für die nächsten 3 Wochen zu verteilen, einem 10-sitzigen Ford Maxivan mit 280PS V10-Motor. Da wir in der Gruppe 10 Personen sind, ist das Fahrzeug voll besetzt. Unsere beiden Maskottchen, die Giraffendame Gisele und der Bärenherr Peppi begnügen sich meist als Anhängsel am Rucksack.

Heute ist weitestgehend ein reiner Fahrttag, wir müssen den ausgefallenen Tag wieder aufholen. Die Strecke führt uns zunächst über die Lions Gate Brücke nach Nord-Vancouver, wo es auf den 1-er Highway in Richtung Osten geht. Bei Hope verlassen wir den Highway und fahren weiter in Richtung Kamloops, wo wir eine Mittagsrast einlegen und uns mit den nötigen Essensvorräten für die nächsten Tage eindecken, wir müssen ja auf der Reise weitestgehend in der Gruppe für uns kochen. Die Temperaturen sind für uns Mitteleuropäer sehr ungewohnt, denn wer erwartet in Kanada schon 36°C.

In Richtung des lang gestreckten Shuswap Lakes fahren wir weiter, wo wir eine weitere Rast einlegen, sodass wir am späteren Nachmittag unser Tagesziel in Revelstoke erreichen.

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Zeltplatz bei Revelstoke, links unser Ford E3500 Maxivan

Schon am ersten Zeltplatz können wir uns mit so manchen Eigenheiten kanadischer Zeltplätze vertraut machen: Warum sind diese immer in der Nähe von Eisenbahnlinien oder umgekehrt, warum müssen die Züge immer 24 Stunden am Tag so laut rattern?

Tag 5: Revelstoke NP - Lake Louise - Johnston Canyon

Geplant wäre heute eigentlich eine Tageswanderung im Nationalpark gewesen, aber aufgrund der verspäteten Anreise der Gruppe müssen wir den heutigen Tag ersatzlos streichen, um wieder “im Programm” zu sein.

Folglich können wir heute morgen die Zelte wieder abbauen. Auf den TransCanada Highway geht es in Richtung Osten in den Glacier Nationalpark. Um über die Rocky Mountains zu kommen, müssen wir mit unserem Ford-Kleinbus den 1327m hohen Rogers Pass erklimmen. Eine Höhe, die eigentlich nichts besonderes vermuten liese, aber die Straße wurde erst in den 1950-er Jahren erbaut. Rings um den Pass ragen schroffe Berggipfel empor, viele um die 3000m hoch und im Winter werden hier mehr als 400 Gletscher mit Schnee versorgt. Und Berge und Schnee gehen einher mit Lawinen, sodass die Straße gegen Lawinen gesichert werden musste, d.h. an vielen Stellen ist die Strecke überdacht.

Am Rogers Pass Information Center legen wir eine Pause ein. Hier gibt es Informationen zum Nationalpark, zum Bau der Straße und zur Tierwelt British Columbias.

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Rogers Pass

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Rogers Pass

Anschließend fahren wir weiter nach Golden am Columbia River, wo wir in Richtung des Yoho Nationalparks abbiegen. Unser nächstes Ziel soll der Lake Louise im Banff Nationalpark sein, wo wir am zeitigen Nachmittag eintreffen ohne Grenzformalitäten zwischen British Columbia und Alberta. Durch den Wechsel der Zeitzone gewinnen wir heute auch eine Stunde dazu. Der maximal 4°C warme Gletschersee wird in herrlicher Lage von der umgebenden Bergwelt umrahmt.

Zunächst müssen wir aber erst einen Parkplatz finden, denn der “normale” Parkplatz leitet an Überbevölkerung. Aber nach 15 Minuten Suche ist auch dieses Problem gelöst.

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Lake Louise mit Mount Viktoria (3459m)

Da wir nicht nur unter den Massen der Tagestouisten und den Bewohnern des Fairmont Chateau Lake Louise Luxushotel verweilen wollen, planen wir eine Wanderung zum 300m über den Lake Louise gelegen Lake Agnes. Der Lake Agnes wird von allen Seiten durch die umgebenden Berge umrahmt. Gut 90 Minuten dauert der Aufstieg zum See.

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Lake Agnes über dem Lake Louise gelegen

Nach kurzer Rast will ein Teil der Gruppe (nur ein Teil der Männer -meinereiner ausgenommen- streikt) weiter auf den über beiden Seen gelegenen Big Beehive aufsteigen, einer markanten einem Bienenkorb ähnelnden Bergspitze. Gegen 17.30 Uhr sind wir oben angekommen und können bei strahlend blauem Himmel das Panorama auf den Lake Louise genießen.

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Blick vom Big Beehive auf den Lake Louise und das Fairmont Chateau Lake Louise

Nun heißt es aber wieder zurück nach unten, denn wir müssen noch weiter zu unserem Zeltplatz am Johnston Canyon. Nachdem wir den Rest der Gruppe an einer Parkbank am Lake Louise aufgesammelt haben, heißt es wieder rein ins Auto und weiterfahren. Hierzu fahren wir auf der alten kaum noch befahrenen Trasse des TransCanada Highways.

Kaum sind wir einige Kilometer gefahren, “raschelt es schon im Gebüsch”, oder präziser ausgedrückt: Es gibt Bären mit “ä” zu sehen. Neben der Straße läuft ein Schwarzbär entlang. Das es sich wirklich um einen Schwarzbären handelt müssen wir unserer Fahrerin und Reiseleiterin Anke abnehmen, denn eigentlich ist er ganz braun mit einer schwarz-weiß gestreiften Nase, einer “Außenlackierung” die bei Schwarzbären manchmal vorkommt.

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Braungestreifter Schwarzbär bei Lake Louise

Gegen 20:30 Uhr kommen wir an unserem Zeltplatz in der Nähe des Johnston Canyons an, zwar einsam in der Natur gelegen aber natürlich wieder kaum 300m von den nächsten Bahngleisen entfernt. Naja irgendwann wird auch der Letzte vom “Schäfchen zählen” auf “Achsen zählen” zwecks nächtlicher Einschlafmöglichkeit einstellen.

 

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