Tag 16: Nimpo Lake - Hagensborg

Nach gut 90 Minuten Flug ohne Probleme landen wir mit der Beaver wieder auf dem Nimpo Lake. Der zweite Teil unserer Gruppe muss sich noch etwas gedulden, da die zweite Beaver erst mit Verspätung startet kann.

DSC_0546

Innenleben einer Beaver

Wie geht es nun weiter, ist der Heckman Pass schon frei oder müssen wir einen 1500km langen Umweg über Whistler und Vancouver nach Vancouver Island einplanen? Wir erfahren nur, dass einmal täglich um 7 Uhr morgens ein Konvoi auf der 50km langen “Waldbrandstrecke” durchgelassen wird. Unsere Fähre startet aber morgen schon um 8 Uhr in Beela Coola und sie fährt nur 1x in der Woche (an den beiden anderen Terminen nimmt sie nicht die 13 Stunden sondern die 31 Stunden Strecke).

Nach kurzer Überlegung entscheiden wir einstimmig es bis zum Absperrposten zu probieren, vielleicht gibt es noch eine andere (legale) Möglichkeit. Wenn es nicht klappt, dann haben wir 2 Tage und Nächte Streß wegen der verlorenen Zeit und dem Umweg.

Am Absperrposten bei Anahim Lake ist kein Durchkommen, es sind noch zu viele Firefighter auf der Strecke im Einsatz. Wir fahren zurück zur Einsatzzentrale der Firefighter (4000 waren in BC im Einsatz und 400 Hubschrauber, etwas mehr als die 3 vom Arnie in Kalifornien) und Anke fragt in der umfunktionierten Schule von Anahim Lake nach Larry dem Boss. Nach kurzer Diskussion mit Larry erhalten wir die Erlaubnis mit einem Geleitzug die Strecke in Angriff zu nehmen, aber erst abends um 6 Uhr. Für uns ein Gefühl, als ob Weihnachten und Ostern auf einen Tag gefallen sind.

Da wir noch Essen für heute Abend benötigen, fahren wir zum einzigen Tante Emma Laden im Ort. Es sind noch keine 10 Minuten seit der Durchfahrterlaubnis vergangen, schon werden wir von den Einheimischen im Laden gefragt, ob wir denn die Deutschen seien, die heute Abend noch nach Bella Coola dürfen. Hier gibt es ja verdammt schnelle Nachrichtenwege.

Um 18 Uhr sind wir überpünktlich beim Absperrposten und erhalten vom Ranger noch eine Einweisung, wie wir uns im Gefahrenfalle verhalten sollen. Er interessiert sich auch dafür, wie wir es geschafft haben, doch noch durchfahren zu dürfen. Mit einem Geleitfahrzeug vorne und hinten und noch 3 zusätzlichen Fahrzeugen kann das Abenteuer auf der Schotterpiste beginnen. Schon nach einigen Kilometern sind die verbrannten Bäume zu sehen, teilweise liegen sie auch noch auf der Straße und werden von Bulldozern zur Seite geräumt.

DSC_0553

Führungsfahrzeug des Katastrophenschutzes in Richtung Heckman Pass

DSC_0559

Verbrannte Wälder in der Nähe des Heckman Pass

DSC_0563

Waldbrand im Tal in der Nähe des Heckman Pass

DSC_0570

Heckman Pass

Der Heckman Pass wurde in den 1950-er Jahren von den Bewohnern von Bella Coola selbst mit einer einzigen Planierraupe angelegt, da die Provinzregierung der Meinung war, eine Straße nach Bella Coola sei zu teuer. Der meist nur einspurige und leitplankenlose Pass selbst hat bis zu 18% Gefälle und geht von 1525m ü.NN bis auf Meereshöhe. Nach einem Drittel der Strecke müssen wir eine Rast einlegen, da an einem Auto die Bremsen zu heiß geworden sind. Nach der halben Strecke übernimmt ein anderer Pickup die Spitze des Zugs und die Fahrt kann bei einbrechender Dunkelheit weitergehen.

Wir müssen heute noch bis nach Hagensborg weiterfahren und dort unter Bäumen bei strömenden Regen unsere Zelte am Ufer des Bella Coola Rivers aufbauen. Es ist schon 22 Uhr vorbei bis alles steht. Keiner von uns hat mehr dazu Lust etwas zu kochen, denn Morgen früh müssen wir um 4 Uhr aufstehen, um rechtzeitig an der Fähre sein zu können.

Tag 17: Hagensborg - Inside Passage - Port Hardy

Um 4 Uhr ist heute die Nacht vorbei. es hat die ganze Nacht geregnet, sodass wir die nassen Zelte im Dunkeln abbauen müssen. Auf das Frühstück verzichten wir, da wir während der 13-stündigen Fährfahrt genügend Zeit haben werden.

Um 6 Uhr sind wir am “Fährterminal”, dem Marktplatz von Beela Coola. Hier werden die Fahrzeuge gesammelt und im Konvoy zur Fähre der “Queen of Chilliwack” gebracht. Rechtzeitig um 8 Uhr kann die Fähre ablegen. Wegen der Sperre des Heckman Passes ist sie nur wenig gefüllt.

Als Erstes steht zunächst ein ausgiebiges Frühstück an, dann heißt es die Zeit auf dem Schiff zu vertreiben und die herrliche Fjordlandschaft die Discovery Route der Inside-Passage zu genießen.

DSC_0579

Discovery Route - Inside-Passage

Schier unzählige Delfine sind unsere Reisebegleiter, sodass auch manche Deckgänge von Nöten sind, bis mit dem Mittagessen die nächste Mahlzeit ansteht. Manchmal ist auch ein Buckelwal auszuspähen. Kurzweilig geht die Reise weiter bis wir gegen 15 Uhr die offene See des Pazifiks erreichen. Der Kapitän hatte schon vorgewarnt, dass es ein bisschen “Rock’n Roll” geben wird, der Verbrauch an Pillen gegen eine etwaige Seekrankheit steigt sprunghaft an, aber alle behalten ihre Mageninhalte für sich.

DSC_0591

Delfine zu “Wasser” in der Inside-Passage

DSC_0592

Delfine in der Luft in der Inside-Passage

DSC_0607

An Deck der Queen of Chilliwack

Gegen 21 Uhr erreichen wir Port Hardy am Nordzipfel von Vancouver Island, ein langer Tag nimmt sein Ende und heute gibt es seit 2 Wochen erstmals wieder ein Hotelzimmer.

 

navleft          navup          navright