Tag 9: Mount Robson - Williams Lake - Bella Coola Highway

Heute müssen wir die Rocky Mountains verlassen, die Reise geht unaufhörlich weiter. Wir fahren zunächst in Richtung Südwest den Thompson River entlang bis nach Clearwater am Wells Gray Provincial Park. Bekannt ist der Nationalpark für seine unzähligen Wasserfälle.

Da wir nur wenig Zeit für einen Zwischenhalt haben (wir haben heute noch viele Kilometer vor uns) besuchen wir nur die 61m hohen Spahats Creek Falls, die sich über bunt gefärbte Felsen durch die Spahats Falls Gorge in den Clearwater River ergießen.

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Spahats Falls Gorge

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Wells Gray Provincial Park - Spahats Creek Falls

In Clearwater befinden wir uns im Eingangstor zum Cariboo Country, einer Gegend mit riesigen Viehranches. Da heute Sonntag ist und wir uns in einer “Rodeogegend” befinden, hat sich unsere Reiseiterin Anke darüber schlau gemacht, ob in der Nähe unserer Reiseroute ein Rodeo stattfindet.

In der Gegend “zwischen den Seen”, den Interlakes auf der Strecke von Clearwater zum 100 Mile House findet ein Rodeo der westkanadischen BCRA “Rodeo-Bundesliga” statt, für uns ein absoluter Volltreffer. Der Name “100 Mile House” stammt übrigens von den früheren Etappenstationen der Goldgräberzeit und dürfte nun vom Namen her selbsterklärend sein.

Für mehrere Stunden besuchen wir das Rodeo der Rodeo Profis. Im Unterschied zu den riesigen Stampedes in Williams Lake oder Calgary befindet man sich hier hautnah am Geschehen.

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Interlakes BCRA Rodeo

Die Rodeo-Wettbewerbe finden in den unterschiedlichsten Kategorien statt, hoch zu Pferd (wenigstens für ein paar Sekunden) als auch hoch zum Rindvieh. Ebenfalls gibt es Wettbewerbe im Kälbereinfangen und Füße einwickeln, mit einem oder zwei ReiterInnen.

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Interlakes BCRA Rodeo

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Interlakes BCRA Rodeo

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Interlakes BCRA Rodeo

In einem Fall war für uns Zuschauer nicht klar erkennbar, wer denn nun wen auf den Boden des Rodeo-Corals bringen soll. Ist es nun der Cowboy oder das Kalb, welches gefesselt werden soll?

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Interlakes BCRA Rodeo - wer hier wohl der Gewinner sein wird?

Auch gestalten sich die Verweilzeiten der menschlichen Individuen auf ihren vierbeinigen Augenblicksabschnittsbegleitern deutlich unterschiedlich.

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Interlakes BCRA Rodeo

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Interlakes BCRA Rodeo

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Interlakes BCRA Rodeo

Neben dem Rodeo gibt es natürlich das ganze “Drumherum” eines solchen Ereignisses, von Rodeomarkt über Rodeogirls und Pferden als auch die typische Verpflegung im ländlichen Westen Kanadas. Ebenfalls gibt es ein “Biergarten” (wirklich so geschrieben): In einem Pferch befindet sich ein Teil der Tribüne, in dem öffentlich Bier getrunken werden darf.

Zunächst bin ich zwar der Meinung, das Essensangebot sei doch etwas bescheiden, es gibt ja nur Hot Dogs an der Essensausgabe. Aber die Auswahl an unterschiedlichen Hot Dogs Varianten ist vielfältiger als bei uns so manche Speisekarte in gut situierten Restaurants.

Mit vielen eingefangen neuen Eindrücken verlassen wir das Rodeo und fahren weiter durch das Cariboo Country. Unser nächster Halt ist die 108 Historical Site am 108 Miles Lake, einem historischen Freilichtmuseum.

Haupthaus des Museums ist das 105 Ranch House von 1905, hergestellt im spätviktorianischem Stil aus handbehauenen Baumstämmen. In den verschiedenen Zimmern sind die Wohnbedingungen der damaligen Zeit dargestellt. Im Jahre 1979 musste es an seinem ursprünglichem Platz einer Straßenverbreiterung weichen und wurde nach hierher umgesiedelt. Im Laufe der Jahre wurden hier immer mehr historische Häuser umgesiedelt, sodass ein ganzes Museumsdorf entstanden ist.

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Freilichtmuseum an der 108 Historical Site

Mit weiteren Eindrücken gestärkt fahren wir weiter zum Hauptort des Cariboo Country, der 11.000 Einwohnerstadt Williams Lake. Hier hat man nur noch die Möglichkeit zur Weiterfahrt nach Prince George oder in Richtung Westen auf dem Highway 20 die 500km nach Bella Coola in der Inside Passage.

In Williams Lake füllen wir auch unsere Essenvorräte auf, denn ab Morgen werden wir für eine Woche im kanadischen Niemandsland sein.

Der Blick auf das Thermometer lässt kaum erahnen, dass wir uns im Westen Kanadas befinden. 7 Uhr abends ist schon längst vorbei und die Temperatur liegt in Williams Lake auf Wüstenniveau, irgendwie erwartet man hier doch ganz andere Temperaturen.

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Williams Lake 19 Uhr abends, kaum zu glauben

Was Temperaturen über 30°C bewirken können, können wir bereits bei der Ausfahrt aus Williams Lake in Richtung Westen auf dem Highway 20 erfahren. Auf der Verkehrstafel heißt es, dass der Heckman Pass wegen Waldbränden gesperrt ist. Der Pass ist aber noch gut 450km weit weg von uns und wir werden ihn erst in einer Woche überqueren müssen. Bis dorthin wird sich die Situation schon beruhigen denken wir, ein Irrglauben wie wir später erfahren werden.

Der 500km lange Highway 20 ist die einzige Verbindung nach Bella Coola, der einzigen Stadt an der Küste der Inside Passage zwischen Vancouver und dem weiter nördlich gelegenen Prince Rupert. Auf der nicht immer asphaltierten Strecke sind nur wenige kleine Orte. Sollten wir nächste Woche nicht nach Bella Coola zur dortigen Fähre weiterfahren können, so sind für uns fast 1500km Umweg notwendig, damit wir weiter nach Vancouver Island gelangen können.

Aber unser heutiges Ziel ist Riske Creek auf dem Chilcotin Plateau etwa 45km westlich von Williams Lake. Der Geruch nach Feuer empfängt uns am Zeltplatz und die Sirenen und Hubschrauber in der Luft verheißen nichts Gutes. Was dies zu bedeuten haben wird, werden wir morgen früh erfahren.

Tag 10: Riske Creek - Kleena Kleene (Terra Nostra Guest Ranch )

Alexis Creek brennt, 64km von uns entfernt und der nächste Ort auf unserer Fahrtstrecke, meldet uns Anke sorgenvoll zum Frühstück, deshalb auch die Hubschrauber und Feuerwehrautos gestern. Es steht in den Sternen, ob wir heute die geplante Strecke weiterfahren können. Bis zum Mittag wollen wir deshalb einen Abstecher in den Farwell Canyon unternehmen.

Die Landschaft rund um den Canyon hat eine Vegetationsart, die man so gar nicht im Westen Kanadas vermuten würde. Halbwüstenartig und Büsche, die ein wenig an das berüchtigte Spinifex-Gras erinnern, erzeugen eine Landschaftsform , die Ähnlichkeiten mit der in Patagonien an der Ruta 40 haben. Auch sind an einem Felsmassiv Felsmalereien erkennbar. Und durch den Park fließt der bekannte Fraser River, der bei uns während eines Bads für etwas Abkühlung sorgen wird.

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Halbwüste im Farwell Canyon

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Kein Patagonien sondern Halbwüste im Farwell Canyon

In der bangen Hoffnung, ob wir weiter nach Westen fahren können, fahren wir zum Zeltplatz zurück und bauen unsere Zelte ab.

Ob’s mit der Weiterfahrt klappt, könnt Ihr auf der nächsten Seite weiterlesen.

 

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