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Blick auf den Tafelberg vom Bleubergstrand aus

Tag 2: Kapstadt - Clanwilliam

Unsere Reise starten wir auf der N7 in Richtung Norden, wobei wir uns an einem kleinen Supermarkt noch mit den nötigsten Sachen für die heutige Tagesetappe versorgen.

Der erste Tagesstopp gilt dem Bleubergstrand, von wo sich üblicherweise ein “postkartenartiger” Ausblick auf die Szenerie von Kapstadt mit dem Tafelberg und Lions Head im Hintergrund bietet. Aber die heutige Wolkendecke gebietet zwar einen “unverbaubaren” Blick auf den Tafelberg, die Lichtverhältnisse beim Sonnenaufgang sind aber nicht die besten.

Im noch strömenden Regen setzen wir unsere Reise fort, es werden die letzten 3 Stunden Regen auf dieser Reise sein. Unser Tourguide Christian versucht schon einmal uns die Eigenheiten der nun folgenden 3 Wochen Reise beizubringen, da bei 1km Sichtweite von der Landschaft kaum etwas zu sehen ist.

Vorbei an Citrusdal, dem südafrikanischen Zentrum für Zitrusfrüchte, erreichen wir noch vor Mittag den Clanwilliam Dam, der zur Wasserversorgung der umliegenden Gegend dient. Das Wasser hierzu stammt aus dem Olifants River, der sein Wasser aus den Cedarbergen erhält. Diese sind nach der an ihren Hängen wachsenden Clanwilliam-Zeder benannt.

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Clanwilliam Dam

Was diese Gegend bei uns so bekannt macht, ist der Rooibos, der Rotbusch, denn dieser bis zu 2 Meter hohe ginsterartige Strauch wächst nur im Gebiet der Cedarberge. Aus seinen Blättern wird der gleichnamige koffein- und teinfreie, sowie kaum Gerbsäuren enthaltende Rooibus-Tee hergestellt.

Fast schon wie in Deutschland fühlt man sich, wenn man die Straßenwegweiser betrachtet, nach Wuppertal sind es nur ein paar Kilometer. Nach einem kleinen Stadtrundgang und dem Besuch einer Wildblumenausstellung genehmigen wir uns zunächst eine kleine Mittagspause.

Anschließend wollen wir in die Bushman’s Kloof Wilderness Reserve. Sie gilt mit seinen vielen Fundstätten von Buschmann-Malereien wohl zu den größten “Open-Air”-Kunstgalerien der Welt.

Die Reisebücher erzählen zwar davon, dass man über eine Schotterpiste ins das Reserve gelangt, aber seit wann ist Schotter rot und bleibt zentimeterdick an den Schuhen hängen? Auf der gut 40km langen Strecke bis zum Beginn der Wanderung, die wir dort unternehmen wollen, gibt es auch schon die ersten Einblicke in das Tierleben Südafrikas.

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Schotterpiste” im Bushman’s Kloof Wilderness Reserve

Da es in den letzten Wochen sehr viel geregnet hat, hat die um diese Jahreszeit üblicherweise beginnende Wildblumenblüte etwas Verspätung, es lässt sich nur erahnen, wie bunt es hier bei voller Blütenpracht sein wird.

Über Stock und Stein geht es in den nächsten Stunden zu vielen San -Zeichnungen im Park (in Südafrika werden die Buschmänner als “San” bezeichnet), fast schon ein Ausflug in die “Sixtinische Kapelle” im Land der Buschmänner.

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Erste zaghafte Wildblumenblüteversuche im Bushman’s Kloof Wilderness Reserve

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Wildblumenblüte im Bushman’s Kloof Wilderness Reserve

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Zeichnungen der San (Buschmänner) im Bushman’s Kloof Wilderness Reserve

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Felslandschaft in den Cedarbergen

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Oryx-Antilopen

Vor Einbruch der Dunkelheit sind wir wieder in Clanwilliam zurück, wo wir in einem Gästehaus übernachten werden.

Tag 32: Clanwilliam - Akkerendam Nature Reserve - Calvinia

Weiter in Richtung Norden wird uns die heutige Tagesetappe führen, durch die Landschaften des Kaplandes, der Karoo ins Grenzgebiet des Namaqualandes.

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Blühende Landschaften im Grenzbereich Karoo Namaqualand

Erstes Ziel soll dabei zunächst ein Köcherbaumwald im Oorlogskoof Nature Reserve in der Nähe von Niewoudtville sein. Aus den Ästen dieser bis zu 1000 Jahre alt werdenden Köcherbäumen haben die San früher ihre Pfeilköcher hergestellt, was damit auch ihren Namen erklärt. Herrlich an mehreren Hängen gelegen erstreckt sich ein riesiger Wald, viel größer als seine Verwandtschaft in Namibia in der Nähe von Keetmanshoop.

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stehende und liegende Köcherbäume bei Niewoudtville

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Köcherbäume auf einem Hochplateau bei Niewoudtville

Da es in den letzten Wochen hier sehr viel geregt hat, sind die Bäume von einer regelrechten Blütenpracht umgeben. So lässt sich auf einer ausgedehnten Wanderung eine vielfältige Flora erkennen und auf den Speicherkarten der Kameras verewigen. Auch eine in der Sonne badende Eidechse lässt es sich nicht nehmen, von irgendeinem von uns fotografiert zu werden.

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Manch eine Pflanze hat auch einen richtigen wachsartigen Überzug und kaum dreht man sich wieder um, gibt es schon wieder neue Pflanzen zu entdecken.

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Blütenpracht bei Niewoudtville

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Blütenpracht bei Niewoudtville, kaum zu glauben, dass es in 3 km Entfernung “Land unter” heißt (unteres Bild)

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Auf halber Strecke zwischen dem Oorlogskoof Nature Reserve und Niewoudtville befinden sich die 90m hohen Niewoudtville Falls, die vom Doring River gespeist werden. Über den vielen Regen der letzten Wochen brauche ich nicht mehr reden, mit den resultierenden Wassermassen dürfen sich die Fälle rumärgern.

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Niewoudtville Falls

Am Eingang zu den Fällen verkaufen Einheimische die südafrikanische Spezialität “Burenwurst”. Diese wird nicht aus den Buren des Landes hergestellt, die Volksgruppe der aus den kapholländischen Einsiedlern entstandenen Buren (“Bauern”) haben ihr nur den Namen gegeben.

Zur späteren Mittagszeit erreichen wir Calvinia, das an den Hantam-Bergen gelegene Regionalzentrum der Schafzucht und Wollproduktion. In der nach dem bekannten schweizer Reformator benannten Stadt genehmigen wir uns eine kleine Mittagsstärkung, bevor wir weiter zu einer Wanderung im Akkerendam Nature Reserve fahren.

Bekannt ist dieses Naturschutzgebiet vor allem wegen seiner “schwarzen Springböcke”. Aus einer Laune der Natur heraus sind sie am Rücken schwarz und nicht hellbraun wie sonst die Springböcke, das südafrikanische Wappentier. Von der Natur beim Verstecken vor den Feinden benachteiligt, können sie hier überleben (auch vor unseren Fotoattacken). Von den Berghängen ist das Gebrüll von einigen Affen unüberhörbar, ob diese Missachtung uns gilt?

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schwarze Springböcke im Akkerendam Nature Reserve

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schwarze Springböcke im Akkerendam Nature Reserve

Zur letzten Hotelübernachtung in den nächsten beiden Wochen geht der Weg wieder zurück nach Calvinia.

 

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