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Tag 30: Copacabana - Tiwanaku - La Paz Man ist in unseren Landen ja der Meinung, dass die Inkas sich sehr lange in Südamerika aufgehalten haben, sie waren ja schließlich nicht nur von den Wohnhöhen her eine “Hochkultur”. Dass dem nicht so ist bzw. war, verdeutlicht die Kultur der Tiwanaku.
Reisebus Tiwanaku bezeichnet die älteste Hochkultur in den Anden. Ihre Frühphase soll schon 1500 Jahre vor Christus begonnen haben. Bis um das Jahr 1200 nach Christus hat ihre Kultur bestanden. Sie wurden anschließend von der Kultur der Inka abgelöst. Die Inkas waren also nur gut 200-250 Jahre vor Ort und haben viele Dinge der Tiwanaku übernommen. Forscher wie Thor Heyerdahl meinen (siehe vorherige Seite) das das Ende der Tiwanaku mit der Besiedlungsphase der polynesischen Inseln einhergeht. Auch vertrat er den Standpunkt, dass die Tiwanaku, ähnlich wie die Polynesier, nicht dunkelhäutig und zudem relativ groß gebaut waren, also fast schon einen indogermanischen Einschlag gehabt haben. Anders bei den Indigos der heutigen Zeit, deren Körperbau man scherzhaft mit einem getunten Auto vergleichen kann: “Breiter und tiefergelegt”, bzw. angepasst an die Höhe durch größeres Lungenvolumen. Im gleichnamigen Ort Tiwanaku wird zurzeit eine große Tempelanlage dieser späten Tiwanakuzeit ausgegraben. Diese Tempelanlage wollen wir uns heute anschauen. Dazu müssen wir wieder in San Pedro mit den Holzbooten über den Titkakasee übersetzen und den Weg bis nach El Alto zurückfahren. Anschließend an der der ersten Hauptkreuzung rechts abbiegen und die 70km wieder in die ursprüngliche Richtung nach Westen. Eine direktere Straßenverbindung gibt es nicht.
Ausgrabungsstätte Tiwanaku
Ausgrabungsstätte Tiwanaku
Ausgrabungsstätte Tiwanaku Habe ich in der Schule noch gelernt, dass die Inka ein ausgeklügeltes, hocheffizientes Bewässerungssystem hatten, welches man bis heute in der Funktion nicht nachbauen konnte, so muss ich heute erfahren, dass dem gar nicht so war. Das Bewässerungssystem stammt nicht von den Inkas, sondern von den Tiwanaku. Und mit hocheffizient hat es nur sekundär etwas zu tun, denn es diente erst in zweiter Line der Bewässerung. In erster Linie war das Wasser dazu da, die Wärme der Sonnenstrahlen des Tages zu speichern, damit bei den Frösten der Nacht (und die sind auf fast 4.000m alles andere als selten) die Ernte nicht erfriert. Oder kennt Ihr Kartoffeln und Tomaten, die keine Angst vor dem Frost haben? Nach einer mehrstündigen Führung durch die Anlage fahren wir weiter zu unserem Tagesziel, der Millionenstadt La Paz, die höchstgelegene Metropole der Welt. Da heute schönstes Wetter ist, ergibt sich auch ein herrlicher Blick auf die Königskordillere (siehe Bild ganz oben).
El Alto - Rushhour für die Sammeltaxis Wieder geht es zurück in Richtung El Alto, diesmal am Flughafen vorbei, um anschließend dann in den Hexenkessel von La Paz zu gelangen, denn La Paz liegt am Hang und zwischen “Downtown” und El Alto können es durchaus bis zu 1.000 Höhenmeter werden. Die dreispurig falsch benutzten Einbahnstraßen bleiben uns heute erspart, auch haben die Demonstranten heute andere Dinge vor, denn es gibt keine Straßensperren.
dreispurig falsch in der Einbahnstraße - nah und! Nach unten geht es auf der Stadtautobahn, von der man z.T. einen ausgezeichneten Blick auf Bereiche von La Paz hat. Das durchschnittliche Straßengefälle dürfte durchaus an den Wert der Straßen von San Francisco heranreichen. Hoffentlich kann man sich hier auf seine Bremsen verlassen, diese Frage wird sich hier so ziemlich jeder stellen. Zeitweilig bietet sich auch ein fast ungetrübter Blick auf den schneebedeckten Hausberg in La Paz, dem 6440m hohen Illimani. Er wirkt so nah und ist doch fast noch 60km entfernt.
Blick nach La Paz “Downtown”
Der Hexenkessel von La Paz mit dem Hausberg Illimani 6440m In der Stadtmitte ist es mit der Herrlichkeit der freien Straßen vorbei. Es ist zwar schon nach 6 Uhr und es ist Samstag, die Rushhour ist aber noch in ihren besten Zügen. Da unser Hotel in der Nähe des Mondtales in der Unterstadt liegt, müssen wir einen Großteil der Stadt durchqueren, was natürlich nicht gerade wenig Zeit in Anspruch nimmt. Unser Hotel für die nächsten 3 Tage wird von einem Schweizer geführt, die Küche ist nicht nur bolivianisch sondern in vielen Zügen auch weitestgehend mitteleuropäisch. Und auf was würde man sich dann kulinarisch freuen (wenn einem das eigene Schlucken keinen Streich spielen würde): Züricher Geschnetzeltes mit Schweizer Rösti und als Getränk einen Erdinger Pikantus Bock. Letztere kostet übrigens umgerechnet nur 2,60€ und ist dabei Original Brauereiabfüllung aus Erding.
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