|
Tag 7: Cataratas do Iguacu - brasilianische Seite Hinweis: Wie es in Iguacu 10 Jahre später ausschaut könnt Ihr unter Iguazu-Itaipu nachlesen. Die mit 2700m Gesamtbreite größten Wasserfälle der Welt wollen am heutigen Nachmittag erforscht werden. Die Fälle selbst befinden sich an der Grenze zwischen Brasilien und Argentinien, sodass sich einige Kaskaden in Brasilien, andere in Argentinien befinden. Folglich sind auch die Erkundungsmöglichkeiten zweigeteilt, sodass wir uns heute Nachmittag die brasilianische Seite vornehmen werden. Um einen Überblick über die Fälle gewinnen zu können, bietet sich ein Helikopterflug an. An der Grenze zum Parque Nacional do Iguacu, welcher die Fälle auf brasilianischer Seite umschließt, befindet sich hierzu ein Landeplatz. Hier werden für 60US$ etwa 10minütige Rundflüge angeboten, wobei mit den Helikoptern nicht mehr über argentinisches Staatsgebiet geflogen werden darf. Kaum in der Luft, ist man auch schon an den Wasserfällen und erkennt die immense Wassergischt und Breite der Fälle. Da man meistens mit dem Fotografieren beschäftigt ist, kann man die Fälle gar nicht auf sich einwirken lassen.
Iguacu, Wasserfälle vom Helikopter aus, von brasilianischer Seite aus gesehen
Iguacu, Garganta do Diabo (“Teufelsschlund”) Der erste Eindruck von den Fällen ist gewonnen, jetzt heißt es rein in den Park und an die Fälle. Vorher aber noch etwas Zahlenmaterial: Der Rio Iguacu lässt hier auf zahllosen Haupt- und Nebenfällen in Fallhöhen von 50-80 Meter auf 2700 Breite in der Hochsaison bis zu 10000 Kubikmeter in der Sekunde herab. Dis entspricht in etwa der Menge der Victoriafälle in Zimbabwe. Kaum vorstellbar, dass die aktuelle “Durchflussmenge” in etwa identisch mit der Durchflussmenge von 1-2 Fallrohren im Kraftwerk Itaipu ist. In den Park kommt man nur mit den Parkbussen (offene Doppeldecker). Um nicht einen Führer für die Gruppe aufgebrummt zu bekommen, gehen wir in “Einzelgruppen” durch das Eingangstor. Nach mehreren Stopps an der Parkstraße kommen wir am Hotel das Cataratas an, unverkennbar an seiner detlefartigen Farbgebung (schweinchenrosa). Hier startet der Panoramaweg mit Blick auf die “argentinischen” Fälle. Schon beeindruckend die Größe und Lautstärke der Fälle. Das Essen teilen die Touristen mit den umherirrenden vierbeinigen Nasenbären (falls sie nicht gleich gebissen werden). So geht es nun von Aussichtspunkt zu Aussichtspunkt bis man an die Plattform an Rand des Santa-Maria-Falls ankommt. Dieser “Passarella -Steg” ist üblicherweise mit einem Vollwaschgang verbunden, heute ist es aber mehr Nieselregen. Man steht mitten den Fällen (von oben kommt Wasser aus den Floriano-, Deodoro-, Benjamin Constand- und Uniao-Fällen, die ihre Fracht an die Santa Maria Fälle weitergeben.
Iguacu, brasilianische Seite, Floriano-Fälle
Iguacu, brasilianische Seite,kurz vor den Santa Maria Fällen Frisch geduscht kann man nun mit dem Aufzug nach oben Fahren, sich erfrischen (getränkespezifisch innerlich und nicht wasserspezifisch äußerlich). Von hier aus starten auch wieder die Busse, die zurück zum Eingang der Fälle fahren.
Foz do Iguacu, Showabend, unverkennbar der Evita-Song “Don’t cry for me Argentina”
Foz do Iguacu, Showabend, artistische Flascheneinlage Den Abend (inkl. Essen) genehmigen wir uns in einem Restaurant mit mehrstündigem Showprogramm, wo neben südamerikanischem Liedgut auch artistische Einlagen geboten werden. Tag 8: Cataratas do Iguacu - argentinische Seite Eine direkte Verbindung zwischen Brasilien und Argentinien an den Fällen gibt es nicht, sodass wir heute über die Tangredo Neves, die “Freundschaftsbrücke” welche den Rio Iguazu überspannt an die argentinische Grenze kommen. Die Einreise ist relativ unkompliziert, sodass wir innerhalb weniger Minuten das Procedere überstanden haben. Nach einigen Kilometern Fahrt erreicht man schon den Eingang des Parque National Iguazu, der argentinischen Ausführung zur “Umrahmung der Wasserfälle”. Über viele Wege lassen sich hier die Fälle erwandern, teilweise unmittelbar an den Abbruchkanten. Spektakulär erscheint die Isla San Martin in der Wassergischt der Fälle. Wer zu faul zum Laufen ist, der kann die parkeigene Bimmelbahn benutzen. So reiht sich nun ein Wasserfall an den nächsten, ein farbenfroher Schmetterling an den anderen. Ganz Wagemutige können an der Punta Peligro in ein Boot einsteigen und unmittelbar an die Adam- und Eva- sowie San Martin-Fälle heranfahren. Hier ist natürlich der Vollwaschgang im Preis enthalten.
Iguazu, argentinische Seite, Blick von den Mendez-Fällen auf die Isla San Martin
Iguazu, argentinische Seite, Blick von den Mendez-Fällen auf die Isla San Martin Wir nutzen die Bootsanlegestelle zur Überfahrt auf die Isla San Martin, um wieder einen anderen Blick auf die Wasserfälle erhaschen zu können. Vom Steg im Bild links blickt man unmittelbar auf die Adam- und Eva- sowie San Martin-Fälle, natürlich wieder mit Schuhprofilrutschtests und Nieselregendurchhaltepsychotests verbunden.
Iguazu, argentinische Seite, Blick an der Isla San Martin vorbei zu den Garaganta del Diablo
Iguazu, argentinische Seite, Blick zu den Adam-und Eva- sowie San Martin-Fällen Zum Mittagessen verlassen wir den Nationalpark wieder um direkt anschließend mit dem Bummelzug zum anderen Ende der Fälle zu fahren. An der Endstation gehen die Stege über den Rio Iguazu zum Mirador Garganto do Diabo (portugiesische Schreibweise), dem Aussichtspunkt auf den Teufelsschlund. Es ist schon wirklich beeindruckend, wie hier das Wasser in die Tiefe stürzt, vor lauter Gischt ist der Flusslauf gar nicht mehr zu erkennen. Aufgrund einer sehr günstigen Windlage kann meine Gore-Tex-Jacke im Rucksack bleiben und die Kamera muss sich keinen Wasserdichtigkeitstest unterziehen.
Iguazu, argentinische Seite, Blick vom Mirador do Garganto do Diabo in Richtung der gleichnamigen Fälle Aber irgendwann führt einem der Weg wieder zurück zum Zug und heraus an den Nationalpark, beladen mit vielen z.T. unbeschreiblichen und sicherlich auch unvergesslichen Eindrücken von einem der grandiosesten Naturschauspiele auf der Welt. Ich könnte hier noch weiter 50 herrliche Bilder von den Fällen zeigen, aber irgendwann ist Schluss. Zurück geht es wieder ins brasilianische Foz do Iguacu. Nachdem einige von uns ihre Reisekasse in einem Geschäft für Edelsteine erleichtert haben (den Kitsch-Verkaufstempel ersparen wir uns) verbringen wir den Rest des Tages im Hotel im Stadtinneren.
|