The Palace of the Lost City

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Zufahrt zum “The Palace of the Lost City”

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“The Palace of the Lost City” vom Grand Pool beim Sonnenuntergang

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Im “Regenwald” des Hotels

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Sun City? Lost City?

Was denn nun?

Sagt man nun “Sun City” oder “Lost City” oder sind dies zwei verschiedene Orte? Auch ich stand mal vor genau dieser Frage. Erst mit der Reise nach Südafrika konnte ich dieses Rätsel zweifelsfrei lösen.

Da im calvinistisch geprägten Südafrika früher Glücksspiele u.ä. verboten waren, suchte man einen Ort, wo dies ähnlich wie früher in Las Vegas auch in Südafrika möglich wäre. Man fand in der Savannenlandschaft des seit 1977 bis 1994 von Südafrika unabhängigen “Homelands” BophuthaTswana einen Ort, den man wahrscheinlich nach der Unternehmensgruppe Sun International, die diesen Komplex aufbaute, Sun City, nannte.

In direkter Nachbarschaft befindet sich dabei der mit 550 qkm viertgrößte Nationalpark “Pilanesberg National Park”. Hier sollte dann neben Glücksspiel auch Erholung in unterschiedlichster Form möglich sein. So gibt es auch mit dem Gary Player Golf Course einen Weltklasse-Golfplatz der PGA-Tour, der als Besonderheit als “Golfhindernis” ein Krokodilbecken hat.

Zur Erweiterung des Programms wurde 1992 der damals 280 Millionen US-Dollar teure Komplex “Lost City”, benannt nach der “Verlorenen Stadt” einer Legende aufgebaut. Mittelpunkt dieser “Anlage in der Anlage” ist das palastähnliche Hotel “The Palace”, ein Hotel der Klassifikation (5-Stern + x).

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Shawu Statue im Elefant Atrium (Bronzestatue in “Lebensgröße”), links geht es über die Old East Bridge zur “Lost City” (-> Karte) -  Blick Entertainment-Center und Cascades-Hotel

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Daneben gibt es mit dem Valley of Waves ein Wassersport- komplex der ausgefallenen Art. Ebenfalls wurde ein zusätzlicher Lost City Golf Course angelegt.

Und was soll ich da drin oder auf fränkisch, ”brauchst denn des”?

Wenn man schon mal den Flug nicht zu bezahlen braucht, dann wollte ich die Chance aufgrund des günstigen Umtauschkurses des südafrikanischen Rands beim Schopfe packen, wer weiß, ob man sie so billig wieder bekommt.

Atrium, rechts im Hintergrund der “Shawu”

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Kuppel in der Eingangshalle des Hotels

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In der Hoteleingangshalle

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Familiensuite im Hotel

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Sable Fountain vor dem Hoteleingang bei Nacht

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Royal Bath in der Lost City

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“Sandstrand” im Valley of Waves, im Hintergrund das Palace

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Künstliche Wellen im “Valley of Waves”

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Künstliche Wellen im “Valley of Waves”

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Cascades-Hotel mit The Grotto, eine Bar unter einem Wasserfall

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Gary Player Golf Course und Sun City Hotel rechts

Bevor ich das Hotel zum ersten Male sah, hatte ich noch die Befürchtung, dass man hier den “Ayers Rock Resort”-Effekt hat, also das die Lost City nichts anderes als eine “Kost City” ist. Ich konnte mich aber eines Anderen Überzeugen.

Nach dem bereits vorher erwähnten “Zwei-Mann”- Flug von Johannesburg zum International Airport von Pilanesberg (150km Flugstrecke) stehe ich nun da und warte darauf vom Hoteltaxi abgeholt zu werden, was auch prompt klappt. Am Eingang des von den Pilanes Bergen umgegebenen Sun City Resorts erfolgt die Trennung zwischen Tagesbesuchern und Hotelgästen, denn nur Hotelgäste dürfen mit dem Auto rein, der Rest muss die Monorail vom Parkplatz aus benutzen.

Überwältigt bin ich von der Eingangshalle des Hotels mit der Rezeption u.ä.. Faszinierend ist das Kuppelgemälde der Eingangshalle, die mit ihren handgemalten Deckengemälden (siehe Bild links) an eine Kathedralendecke erinnert. Beeindruckend ist auch der Rest der Eingangshalle.

Nun heißt es Einchecken im Hotel. Hab ich überhaupt die richtige Kleidung an, oder kriege ich gar keinen Einlass? Der Mann in Badeschlappen neben mir überzeugt mich sofort davon, dass ich auf ein paar Kilo Reisegepäck hätte verzichten können (Nix Krawatte und Co.).

Nachdem ich die Schlüssel zum Hotelzimmer erhalten habe, geht’s nun ab zum Zimmer. Als der Gepäckträger die handgeschnitzte Tür öffnet, verschlägt es mir sofort die Sprache, das kann doch unmöglich das Zimmer sein, welches ich gebucht hatte! In dem Zimmer bringen viele in Deutschland den kompletten Grundriss ihres Eigenheims unter (12x11m). Wie sich später herausstellen wird, wurde ich kostenlos auf eine Familiensuite “upgegradet” (siehe Bild links weiter unten”). Erst für die letzte Nacht durfte ich in ein “Standardzimmer” umziehen.

Hier bin ich nun im Zimmer mit Telefon neben der Badewanne und begehbaren Kleiderschrank (wahrscheinlich hätte mir für die vier Tage alleine der Kleiderschrank zur Übernachtung ausgereicht). Vom eisgekühlten Champagner am Tisch nehme ich Abstand, wer weiß, was die Flasche kostet.

Gleich für den nächsten Morgen habe ich mir eine Pirschfahrt im benachbarten Pilanesberg Nationalpark organisiert, im Anschluss gibt’s um 11 Uhr erst mal einen Brunch, bevor ich mich daran mache, die ganze Anlage zu erforschen, was auch noch die nächsten Tage in Anspruch nehmen sollte. Als Gast des Palace hat man die Möglichkeit, dass man auch überall hinkommt, die Gäste der anderen Hotels (Cascades, Sun City Hotel, Cabanas, Vacation Club) dürfen ins Palace und Teilen der Lost City nur über geführte Touren (Sun City Tours, Dauer 1-1,5h).

Die Themenlandschaft “Lost City” bietet für ein paar Tage genügend Abwechslung für viele Interessen. Im hoteleigenen Regenwald (auf 25ha 1,6 Millionen Bäume, Sträucher und Pflanzen) unternehme ich einige Wanderungen, die Pools müssen zum Baden und Schwimmen herhalten, die Wasserfälle zum Genießen. Im Valley of Waves genieße ich die künstlich erzeugten Wellen am künstlichen Sandstrand. Auch den anderen Hotels mit ihren Themenparks statte ich einen Besuch ab.

Den späteren Nachmittag nutze ich meist zu einem Abstecher ins Entertainment-Center mit den Spielkasinos, Kinos (“Mr Bones” mit Leon Schuster muss dran glauben - der Macher der in Deutschland bekannten Filme “Der Dschungel muss verrückt sein” und “Yankee Zulu”). Einen Muskelkater am rechten Zeigefinger hole ich mir an den einarmigen Banditen im Jungle Casino.

Das Abendessen genehmige ich mir immer in einem der vielen Restaurants auf dem Gelände, wo 24h am Tag die kostenlosen Busse zwischen den Hotels verkehren.

Für umgerechnet 18€ bekommt man im Cristal Court des Palace-Hotels ein viergängiges Menü, in Deutschland schon in einem Drei-Sterne-Hotel kaum vorstellbar. Auch ein nach dem bayerischen Reinheitsgebot gebraute “Preisnhalbe” (für nicht Norditaliener: ein Bier weniger als 0,5l) Windhoek Bier belastet meine Reisekasse gerade mal mit gut 2€, irgendwie paradox zu den (hier sonst so üblichen) Übernachtungspreisen. Auch im Entertainment-Center gibt es den Cappuccino schon für 75 Cent.

Für ein Abendessen habe ich mich mit einem Ehepaar verabredet, das, wie wir anhand unserer Reiseberichte-Homepages feststellen konnten, genau zu der Zeit, wo ich 2001 in Westaustralien war, dort fast genau die gleiche Strecke abgefahren war. Durch Zufall hatten wir über Mail erfahren, dass wir wieder zur gleichen Zeit in Sun City sein werden. Es gibt schon manchmal verrückte Zufälle.

Einen anderen Abend nutze ich für eine nächtliche Pirschfahrt im Pilanesberg Nationalpark.

Da mein Handicap wahrscheinlich viel zu groß sein würde, wird aus einer Golfpartie auf den Golfplätzen nichts.

Auch wenn man sich fragen kann, was denn solch eine Anlage mitten in der Savanne soll, eines lässt sich sagen:

Hier hat sich jemand viele Gedanken gemacht, um etwas Außergewöhnliches auf die Beine zu stellen, ohne dabei in einen “Las Vegas”-Kitsch zu verfallen und dabei nicht den (Geld-)Adel anzusprechen. Meiner Meinung nach waren viele der Gäste von der Sorte “das leiste ich mir mal” und nicht “das wird von mir erwartet, dass ich mir das mal leiste”, auch wenn manche aussahen, dass sie einen Nervenzusammenbruch nahe wären, wenn ihr Designer-Safari-Anzug ein Staubkorn abbekommen würde.

Es gibt Unmengen von Marmor im Palace-Hotel, es gibt immer wieder was Neues zu finden (Geländer mit Glasstangen, Zebrafellstühle, ...) und der 24 Stunden Internetzugang vom Zimmer aus über den Fernseher ist billiger als 15min auf dem Flughafen Amsterdam-Schipol.

Aber: Ich freue mich aber schon auf meinen nächsten Urlaub und dann hoffentlich wieder im Zelt. Gut 11 Monate im Jahr auf einer guten Matratze müssen wohl ausreichen.

 

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