Kaimaneria

Kaimanparade am pantanalischen “Teutonengrill”

Tag 14: Miranda - Pantanal in der Rio Negro Gegend

“Arme Everglades” werden wohl die Amerikaner sagen, wenn sie das Pantanal sehen, denn sie würden gerade mal 4% der Fläche des Pantanal einnehmen.

Der oder das Pantanal (hab schon verschiedene Schreibweisen gesehen) im Dreiländereck Brasilien, Paraguay und Bolivien mit einer fast 300.000qkm großen Fläche ist das wohl größte zusammenhängende Feuchtgebiet der Erde.

Da der Höhenunterschied in diesem Gebiet zum vorbeifließenden Rio Paraguay kaum mehr als 3m beträgt, wirkt dieses Gebiet als riesiger Schwamm, der die Regenfälle aus den Anden in sich aufsaugt und bei sinkenden Pegelständen der Flüsse wieder an diese abgibt. Es verhindert damit riesige Überschwemmungen in den flussabwärts liegenden Gebieten (und somit auch in Buenos Aires).

Die Fläche ist aber nicht nur ein reines Schwemmlandgebiet, auch wenn die deutsche Übersetzung des portugiesischen Namens “Moor” bedeutet. Neben Flüssen, Wasserkanälen und Seen gibt es auch Trocken- und Grassavannen sowie Wälder bis hin zu Tropenwäldern, auch Palmen werden wir zu Gesicht bekommen. Zusätzlich verändert sich das Aussehen (oder die Fahrwege) von Tag zu Tag. Was gestern noch unter Wasser stand, ist heute bestes Weideland (und natürlich auch umgekehrt).

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 Rinder und Kaimane (vorn) in idyllischer (?) Eintracht

Im Gegensatz zum Amazonas-Tiefland ist das Pantanal fast gänzlich ohne Brandrodung entstanden. Das Land ist aber kein Nationalpark, da es sich meist in Privatbesitz befindet.

Von all dem werden wir in den nächsten Tagen zur Genüge zum Sehen bekommen. Aber erst müssen wir rein ins Feuchtgebiet. Und hierzu darf wieder Tatu herhalten.

Mit einem handelsüblichen Kleinbus unseres Unterveranstalters Ecological Expeditions fahren wir zunächst gut 100km auf der Straße in Richtung Corumba. An der Polizeistation in der Nähe von Morro do Azeite wechseln wir unser Gefährt. Zunächst gibt es aber einen Ozelot zu sehen, leider nur eine 2D-Variante, denn er hat es sich laut Aussage eines Polizisten nicht nehmen lassen, sich als Unterlegkeil eines Lkws zu betätigen.

Die weitere Fahrt (Luftlinie wären es ja kaum 50km, daraus werden aber mehr als 6 Stunden Fahrzeit werden) steht auf der offenen Ladepritsche eines 4x4 Pickups an, Sandbestrahlung eingeschlossen. Es hat zwar 35-40°C Außentemperatur, aber die Goretex-Jacke kann gegen den Wind nicht schaden.

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Oneway-Brücken im Pantanal

Noch auf guten Schotterpisten geht es über die ersten Oneway-Brücken. Die Landschaft neben der Straße lässt die Feuchtgebiete schon erahnen. Im saftigen Grün weiden die Rinder und kaum 50m entfernt liegen mehr als 100 Kaimane in der Sonne. Im Gestrüpp neben der Piste lässt sich auch unterschiedliches Vogelgetier ausmachen. Auf einem Zaunpfahl sitzt ein Falke und dreht den Kopf, als wolle er uns sagen, hier geht es lang.

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Falke als Wegweiser - als wenn er sagen möchte: “Hier geht’s lang”

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In Passo da Lontra gesellt sich Jonny zu uns, der uns als Guide in den nächsten Tagen vor schlimmeren behüten soll (“Immer diese Touris”). Er ist Indigo (Indianer, den Indio wäre eine Beleidigung) oder was wir in den nächsten Tagen feststellen können, das brasilianische Pendant zum australischen “Crocodil Dundee”.

Fast unter jeder Brücke, d.h., fast alle 500m, lassen sich Kaimane erspähen. Teilweise sonnen sie sich so ungeniert, dass man meinen könnte, sie lägen auf dem brasilianischen “Teutonengrill”.

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Kaimanparade am pantanalischen “Teutonengrill”

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Zwei vorlaute Kameraden

Zurzeit (Ende August) haben sie noch genügend Wasser- und Beuteflächen, sodass ihre Zahl noch sehr hoch ist. Mit Fortschreiten der erst im Oktober endenden Trockenzeit wird sich ihre Population aufgrund der fehlenden Wasserflächen deutlich reduzieren. Teilweise graben sie sich dann in den Schlick ein und hoffen im Frühjahr in der Regenzeit noch stark genug zu sein, wieder ans Tageslicht krabbeln zu können.

Die Reduzierung dieser Wasserflächen mit Fortschreiten der Trockenzeit ist auch der Grund woher die Piranhas ihren schlechten Ruf bekommen haben, denn von den fleischfressenden Monstern sind diese Fische weit entfernt. Im Winter sind sie fast schon zahme Hausgenossen (und schmecken auch auf der Speisekarte nicht schlecht). Erst wenn ihre Nahrungsmöglichkeiten abnehmen, werden sie zwangsläufig aggressiver.

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Waran

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Waran

So reiht sich nun Eindruck an Eindruck bis wir an der “Pantanal-Autobahn -Raststätte” an der Fazenda Firme ankommen. Dort stärken wir uns mit einem guten Mittagessen. Die Weiterreise treten wir zusätzlich noch mit Gabriel, unseren zweiten Guide an.

Noch gut 10km weiter östlich führt uns die Strecke auf der Schotterpiste, die letzten 30km geht es im wahrsten Sinne mitten durch die Pampa.

Dass es in einem Überschwemmungsgebiet Sandverwehungen gibt, wo man mit dem Jeep nur mit Ach und Krach durchkommt, ist für mich eine neue Erfahrung. Auch die Rinder sind für mitteleuropäische Verwöhntheiten sehr scheu (ihre Aggressivität habe ich nicht getestet).

Die Landschaft ist an Abwechslung nicht zu überbieten. Mal ist ein Tümpel, dann wieder ein richtiger See, dann wieder Trockensavanne und Wald ist ab und zu auch mal dabei.

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Viehherden im Pantanal (rechts mit Gauchos)

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Von Moor bis Palmen gibt es landschaftlich alles (und auf engstem Raum)

Auf unserer Fotopirsch gehören nun auch die ersten vierbeinigen Nasenbären zu unseren Opfern. Unser Guide Gabriel, sonst auch immer zuständig für Tatu die Gatter zwischen den Viehweiden zu öffnen, erspäht auch den ersten Ameisenbär.

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vierbeiniger Nasenbär

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vierrädriger Nasenbär, hört auch auf den Namen VW Brasilia

Keine Chance hat ein Gürteltier (in Patagonien haben wir sie noch “Flitzies” und “Fritzies” genannt) unseren Fotowünschen zu entkommen, da Gabriel bei ihm die Handbremse angezogen hat (d.h. er hält es am Schwanz fest). Kaum ist die Handbremse gelöst, rennt er davon wie von einer Tarantel gestochen, anhand der entstehenden Staubwolke kann man wohl annehmen, dass er kein “Turboloch” hat.

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neunstreifiges Gürteltier, mit angezogener Handbremse

In wahrsten Zick-Zack-Linien führt uns die weitere Strecke, immer den Weg entlang, den uns für heute die Natur des Pantanal in den Boden gezeichnet hat. Genauer gesagt man fährt dort, wo es überhaupt (wieder) geht. Dass sich dabei noch genügend Fotomotive auffinden lassen versteht sich von selbst. Etwa 70% meiner Fotos auf dieser Reise sind im Pantanal entstanden. Was Ihr hier an Bildern zu sehen bekommt ist nur ein kleiner Teil davon.

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neunstreifiges Gürteltier, mit eingeschaltetem Turbo

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neunstreifiges Gürteltier am Höhleneingang

Nach reichlicher Fahrzeit kommen wir noch rechtzeitig gut 1 Stunde vor Sonnenuntergang an unserem Camp für die nächsten Tage an. Im Unterschied zum normalen Camp des einheimischen Veranstalters Ecological Expeditions, in dem es feste sanitäre Einrichtung und überdachte Übernachtungsmöglichkeiten gibt, ist unser Camp ein Provisorium einzig für die vier Touren von Kondor-Tours.

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Zeltlager

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Outdoordusche

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Lagune zur Wasserversorgung (siehe mobile Pumpe in Bildmitte)  -  kaum zu glauben, dass sich in diesem begrenzten Wasserreservoir nachts im Taschenlampenlicht mehr als 100 Kaiman-Augenpaare aus der Lagune leuchten

Das an einer Lagune bzw. einem spät in der Trockenzeit austrocknenden See gelegene Camp, umrahmt von einem Wäldchen, wird für die nächsten Tage unsere Heimat sein.

Die sanitären Anlagen sind extravagant. Die Duschen werden vom “Lagunenwasser” gespeist. Mittels Pumpe kommt das Wasser in ein Fass, von dem dann zwei Duschköpfe herausgehen - dann drunterstehen und den Hahn vorsichtig öffnen. Schlafen kann man unter Palmen in Hängematten in ausreichender Entfernung von den eventuell im Boden vorhandenen Sandflöhen oder alternativ im mitgebrachten Zelt (wie ich).

Zum großen Geschäft steht ein Spaten zur Verfügung, man sollte sich mit ihm nur nicht zu weit von der Ursprungsstelle entfernen, dazu aber morgen mehr.

Erst müssen wir aber noch das von einem Koch im Kerzenlicht angefertigte vorzügliche Essen einnehmen. Anschließend geht es zur geselligen Runde ans Lagerfeuer, an die sich auch zwei Füchse versuchen anzuschließen.

Tag 15: Auf Schusters Rappen im Pantanal

Zu Fuß (aber nicht über Stock und Stein) machen wir uns heute in zwei Gruppen auf dem Weg. In den kühlen Morgenstunden, wenn man das bei 25°C um 7 Uhr sagen kann, lässt sich das Erwachen der Natur am besten beobachten.

Dass unser Morgenführer Jonny das Pantanal wie seine Westentasche kennt, beweist er uns immer wieder. Auch ein Brüllaffe im Geäst lässt sich von seinen Imitationen täuschen. Auf der Wanderung gibt es neben den beiden Tukan-Arten wieder Wasserschweine, was aber in der Natur der Sache liegt.

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Tukan im Flug

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gelber Tukan

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Brüllaffe (kein homo sapiens!)

An einer Waldlichtung tritt auch erstmals der kleine Ameisenbär in Erscheinung, erkennbar an seiner langen Nase. Nasenbären gibt es nur in der Untergattung vierbeinig zu sehen. Die vierrädrigen (meist auch VW Brasilia oder bei uns VW 411/12 genannt) sind hier nicht endemisch, sie kommen v.a. in den Städten, aber auch in Bolivien vor.

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kleiner Ameisenbär

So reiht sich nun wieder ein Fotomotiv an das nächste, das Pantanal ist einfach überwältigend. Gegen Mittag kommen wir wieder im Camp an. Wegen der z.Z. hohen Mittagstemperaturen um die 40°C (normal wären um diese Jahreszeit 15°C, was dann drei Tage nach unserer Abreise der Fall sein wird) steht nach dem Mittagessen zunächst mal Siesta in der Hängematte an, die Pantanal-Air-Force (Mücken in jeglicher Beiß - und/oder Stechausführung) hat außerhalb der Dämmerung Flugverbot.

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Der Autor dieses Berichts bei einer seiner Lieblingsbeschäftigungen

Einen schönen Ausrutscher ist einem aus unserer Gruppe in dieser Mittagspause unterlaufen. Wir hatten ihn, nennen wir ihn mal Heinz-Rüdiger (Name geändert) eigentlich gar noch nicht vermisst, aber auch nicht erwartet, dass er mit dem schweren Klo-Spaten (eigentlich ein ausgewachsener Pflanzspaten mit zwei Stielen, oft auch “Erdlochausheber” genannt, freiwillig trägt den keiner weiter als 10m) aus dieser Richtung kommt, unser Klo ist doch ganz woanders. Aber er erklärt uns alles:

Nach getaner Arbeit und dem Verbuddeln des entstandenen Ergebnisses wollte er wieder raus aus der “Toilette”. Er hat sich aber nicht gemerkt, aus welcher Richtung er gekommen ist und außer Wald gab es nichts zu sehen. So ist er einfach losgelaufen, wohlwissend, dass die Wälder hier nicht allzu groß sind.

Endlich wieder in der Prärie angekommen, musste er feststellen, vom Lager ist weit und breit nichts zu sehen. Also was macht man, man macht eine kleine Wanderung um den Wald herum, bis man wieder am Lager ankommt, diesmal aber mit Klospaten und Klopapier bewaffnet. Da er auch noch in die falsche Richtung gestartet war, hatte er für die nächsten 2-3 Stunden eine Beschäftigung mit tragender Funktion.

Nachmittags ist dann Guidewechsel, mit Gabriel geht es eine andere Wanderung in die Pflanzen- und Tierwelt des Pantanal. Auch hier gibt es wieder genügend zu sehen und erleben.

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Pferde

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Kein Fluss, sondern Weidefläche (noch) unter Wasser

Ein ganz anderes Erlebnis haben unsere beiden Guides zusammen mit dem Koch am Abend. Die Wasserpumpe will nicht mehr und Trockenduschen ist nicht jedermanns Sache. Ich merke es wenigstens noch vor dem Einseifen.

Nun heißt es für die Drei rein in die Lagune, beobachtet von vielen Kaimanaugenpaaren. Tagsüber sieht man sie hier nicht und nachts leuchten 100 ihrer Augenpaare, wenn man mit der Taschenlampe über das Wasser leuchtet. Aber sie lösen dieses Problem mit Bravour.

Tag 16: Pantanal - Pferdetour - Hoch zu Roß

Hoch zu Ross werden wir heute das Pantanal erleben, denn in manchen Gebieten kommt man auf Schusters Rappen nicht sehr weit. Aber hoffentlich sind die Dinger pflegeleicht, seit meiner Kindheit hat mich kein Pferderücken mehr ertragen müssen.

Aber nach einer Kurzeinweisung von Jonny und Gabriel steht fest, dass die Zweckgemeinschaft zwischen mir und meinem Gaul nicht mit allzu großen Differenzen enden wird.

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Ausritt auf dem Pferde

Aus gut 2,5m Augenhöhe hat man einen anderen Blick auf die Landschaft. Einem Reiter von uns (es war nicht “Heinz-Rüdiger”) plagen Verständnisschwierigkeiten mit seinem Pferd, denn es reagiert nicht auf seine Worte wie (frei aus dem schwäbischen übersetzt): ”Nein nicht so, a bisl weiter links, ...”. Meine Antwort darauf zu ihm: ”Du kannst so viel reden mit ihm wie Du willst, er versteht kein Schwäbisch oder Hochdeutsch!”.

Aber wo Land ist, da ist auch Wasser, und wenn man im Pantanal wo hinkommen will, dann muss man durchs Wasser. Also geht es hoch zu Ross durch die ersten Wasserfurte, das Wasser reicht manchmal bis zu den Knien. Für diejenigen von uns, denen hier etwas der Mut fehlt, gibt es einen Begleitservice durch Guide Gabriel.

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Wasserdurchquerung

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Wasserdurchquerung mit Begleitservice

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Ausritt in den Urwald

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Ausritt in den Urwald

Weiter geht es teilweise durch den Wald über “Feld und Hügel” und so manche Wasserfurt auf unserem Ausritt, bis sich uns eine markante Wasserstelle in den Weg stellt.

Sie scheint nicht zu tief zu sein und Jonny als Vorreiter schafft es mit seinem Pferd zwar mit Mühe, aber er kommt durch den Morast. In meinem jugendlichen Leichtsinn will ich es ihm natürlich nachmachen. Ich erhalte von ihm noch ein Handzeichen, mich sicherheitshalber etwas weiter rechts zu halten.

Die ersten 15m funktionieren ja noch, aber dann kommt, was kommen muss. Der Schlick wird zu tief. Mein Pferd versucht zwar noch das Unmögliche, aber es schafft es nicht. Mit mir am Rücken bleibt es im Morast hängen. Es lehnt sich zur Seite, um sich von mir zu erleichtern.

Wie in Zeitlupe, so sagen es wenigsten die Zuschauer am Wasserrand, soll sich Ross und Reiter zur Seite geneigt und sich immer mehr in den Morast eingegraben haben. Von mir schaut nur noch ein Teil des linken Arms und der Kopf mit dem Hut aus dem Schlammwasser, das linke Bein dient als Bauchkissen von meinem Pferd.

Meine Kamera schaut vom Ufer aus zu, ohne zu fotografieren. Wie ein begossener Pudel im tiefschwarzen Teint steige ich aus dem Wasser unter der Schadenfreude der Anderen mit einer Ausnahme, die jetzt die gleiche Bescherung hat. Wahrscheinlich ist mein (und sein) Pferd zu leicht gewesen oder ich hab gestern beim Abendessen ein Steak zu viel gegessen, deswegen ist die Sache so passiert.

Unser Jonny hat mich wegen meines australischen Hutes und meiner Unerschrockenheit was Wildnis bedeutet zwar Crocodil Dundee genannt, aber kaum einmal an einem Walk-About-Creek (wörtlich übersetzt “Steig-drüber -Rinnsal”) angekommen, wird für mich daraus ein “Try-to-ride-through-ocean”, wobei die Betonung auf Try zu setzen ist (was ja für einen Franken durchaus Dry sein kann, und das wäre dann “Trocken”).

Bei einer Zwischenrast steht nun mal eine Großreinemacheaktion meinerseits an, denn der Schlamm stinkt alles andere als nach Fango.

Dass meine Schuhe die nächsten Tage nach totem Krokodil stinken werden, davon kann ich zum aktuellen Zeitpunkt noch keine Vorstellungen machen. Sie werden nämlich getrennte Koffer haben und dürfen nicht mit aufs Zimmer.

Zum Nachmitttagessen sind wir wieder im Camp. Nach einer Siesta geht es nun zum Piranhaangeln: Man nehme eine Angel, hänge etwas Fleisch daran, halte sie ins Wasser und irgendwann kommt ein Piranha vorbei und man hat was fürs nächste Abendessen.

Eigentlich ganz leicht, aber wenn man wie ich die Eindringtiefe eines Seeschneckenhauses in den eigenen Fußballen testet (mindestens 1,5cm), dann endet dies in einem Angelverbot. Man steht beim Angeln im Wasser und Piranhas und Blut ist für Piranhas ein Geschmacksverstärker und/oder Appetitanreger.

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Zubereitung des Abendessens am mobilen Steinofen

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Lagerfeuer im Camp

Nach dem Abendessen genehmigen wir uns noch eine kleine Nachtpirsch und üben dabei, wie man am besten im Sand mit dem Jeep stecken bleibt.

Tag 17: Pantanal - Rio Negro - Corumba

Nach dem Frühstück verlassen wir unser Camp. Jetzt ist wieder Tatu unser Fahrer, Jonny und Gabriel begleiten uns. Auf abenteuerlichen Wegen nähern wir uns wieder den Schotterpisten. Wir sehen sie zwar schon in 1-2km Entfernung, müssen aber bestimmt noch 20km fahren, bis wir dort sind.

Zwischendurch können wir aber noch einen großen Ameisenbären bei der Arbeit sehen.

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sehr selten zu sehender Großer Ameisenbär (siehe Wikipedia), der Kopf ist links und der Schwanz rechts im Bild

Auch ein Jaribu ist mit Nistmaterial unterwegs, von den Hyazinthenaras ganz zu schweigen.

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Jaribu mit Nistmaterial

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Hyazinthenara

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Hyazinthenara

Auf der Schotterpiste angekommen, geht die Strecke jetzt westwärts in Richtung Rio Paraguay.

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Schotterpiste in Richtung Rio Paraguay

Neben der Piste sind wieder eine Vielzahl von Wasserlöchern zu erkennen. In einem Loch bewegt sich auch eine Schlange.

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lange Schlange im Morast

Beim näheren Betrachten stellt sie sich als Gelbe Anakonda heraus, die hier vorkommende Anakonda. Sie ist mit 5-6m üblicherweise kleiner als die Amazonas-Anakonda, es wurden aber schon Exemplare mit über 10m erlegt. Aber unsere Spezies ist zu weit weg, als dass man ihre Länge ausmessen könnte. Die größte jemals gefundene Schlange ist eine Gelbe Anakonda.

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”erbeutete” Gelbe Anakonda

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”erbeutete” Gelbe Anakonda

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Gelbe Anakonda

Aber kaum 500m weiter erspähen die Adleraugen von Gabriel eine weitere Anakonda, diesmal nur unweit der Piste. Er schleppt die Schlange auf die Piste, sie hat gut 5m Länge, schon ein sehr imposanter Anblick.

Weiter geht die Fahrt bis Porto da Manga, denn dort stellt sich uns der Rio Paraguay in den Weg und eine Brücke gibt es nicht. Bevor wir mit der Fähre übersetzen, unternehmen wir noch eine Bootstour auf dem Rio Negro, was natürlich wieder eine riesige Auswahl an Tiermotiven bedingt.

Seien es Störche, rosa Löffler, Warane, rücken- und bauchschwimmende Kaimane, Geier oder auch Wasserschweine, von und für allen ist etwas dabei.

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Storch im Landanflug

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Wasserschwein

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Kaiman

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Kaiman, rückenschwimmend, und Geier

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Kaiman, rückenschwimmend, und Geier

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rosa Löffler

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grüner Waran

Nachdem wir uns beim Mittagessen gestärkt haben, setzen wir mit Fähre über den Rio Paraguay und fahren weiter in Richtung der brasilianischen Grenzstadt Corumba, wo wir heute Abend erstmals wieder in einem Hotel übernachten werden (meine Schlammschuhe haben natürlich Hausverbot).

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”Linienbus” im südwestlichen Brasilien am Rio Paraguay

Im Hotel angekommen steht zunächst einmal eine duft- und reinigungsmäßige Generalinstandsetzung von mir ins Hause. Um den Staub aus den Kleidern zu bringen, geh ich gleich mit ihnen unter die Dusche.

Tag 18 vormittag: Corumba

Erst heute Nachmittag werden wir Brasilien in Richtung Bolivien verlassen, sodass wir jetzt noch genügend freie Zeit zur Verfügung haben. Aber zunächst stehen am zeitigen Morgen die Ausreiseformalitäten am Bahnhof von Corumba an, auch wenn wir nicht mit der Eisenbahn ausreisen).

Die anschließende Zeit nutzen wir zu einem kleinen Rundgang durch die Stadt Corumba. Nach einem kleinen Mittagessen heißt es nun Abschied nehmen von Brasilien und neue Erfahrungen sammeln in Bolivien. Die Fahrtstrecke von Corumba bis zum Flughafen von Puerto Suarez (gut 20km) werden wir mit dem Bus unserer Pantanal-Agentur Ecological Expeditions zurücklegen.

 

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