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Alaska und Yukon Territory, August 2004
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“Wo der Bär mit dem Lachs tanzt” |
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Über Haines und dem gleichnamigen Highway zieht es uns zum Kluane Nationalpark, dem kanadischen Teil des größten zusammenhängenden Eisfelds außerhalb der Arktis und Antarktis. In der Hauptstadt Whitehorse, des dreimal so großen Gebiets wie Deutschland und doch nur 50.000 Einwohner besitzendes Yukon Territory von Kanada endet die Rundreise. Anschließend geht es per Flugzeug über Fairbanks nonstop nach Frankfurt zurück. Noch eine kleine Anmerkung, bevor es richtig losgeht. Wer absolut genaue Informationen über Alaska und das Yukon Territory braucht (z.B. Blutgruppe des Grizzlybären, der einem gegenübersteht oder den Stammbaum der Klopapierrolle auf dem Campingplatz xy) der ist bei der Reisebibel des Nordens von Amerika, der “The Milepost”, besser aufgehoben, eine Lektüre im Otto-Katalog-Format (1200g), die jedem Alaskareisenden wärmstens zu empfehlen ist. Tag 1: Anreise nach Fairbanks (Alaska) Alaska, Yukon, auf den Landkarten schauen sie soweit entfernt aus, aber Fairbanks im Zentrum Alaskas liegt näher an Deutschland als z.B. Chicago oder Mombasa in Kenia. Schuld daran ist die Verzerrung der Landkarten. Von Deutschland aus gibt es in den Sommermonaten Direktverbindungen über Whitehorse nach Fairbanks mit der Condor. Man erspart sich dabei einen mindestens 10-stündigen Umweg über ein amerikanisches Flughafendrehkreuz. Da der Flug nach Whitehorse weniger als 9 Stunden dauert und die Zeitverschiebung deren 9 Stunden sind, ist dies eine Möglichkeit früher am Ziel anzukommen, wie man zuvor gestartet ist. Meine (Flug-)Anreise selbst startet schon am Flughafen in Nürnberg. Ich habe mich für diese Variante entschieden, da der Aufpreis zum Rail&Fly-Ticket sehr gering ist und ich am Morgen 2 Stunden später aufstehen kann (4.30 Uhr anstatt 2.30 Uhr). Den Flug selbst führt die jetzt wieder Condor genannte Fluggesellschaft mit einer Boeing 767-300ER durch. Fast auf direktem Nordkurs geht es über Norwegen hinweg nördlich an Island vorbei auf das grönländische Festland zu. Über Thule, die nördlichste Luftwaffenbasis der Welt und nicht dem Autodachgepäckträger, hinweg führt die Strecke weiter nach Viktoria Island. Schon während des Überflugs von Grönland haben es sich manche Gletscher nicht nehmen lassen, sich von Ihrer besten Sonnenseite zu zeigen. Ist am Flussdelta des Mackenzie-Rivers die Sicht noch einigermaßen klar, so bewahrheitet sich jetzt doch der Hinweis des Piloten, dass die nördlichen Teile Alaskas und des Yukon Territorys zurzeit sehr verraucht sind (den Grund dafür gibt es später). Fast pünktlich um 11.15 Uhr (gestartet waren wir um 11.30 Uhr MESZ) Ortszeit landen wir in Whitehorse International Airport. Whitehorse selbst ist die Hauptstadt des Yukon Territorys. Mit 22.000 Einwohner hat sie fast 40% der Bevölkerung des Gebietes, das fast dreimal so groß wie Deutschland ist. Nach einstündiger Pause im Flugzeug geht es weiter ins 1.000km entfernte Fairbanks. Da die Sicht immer bescheidener wird, ist auch von den Wrangell-St. Elias Bergen, dem größten Eisgebiet außerhalb der Polarregionen und vom höchsten Berg Nordamerikas, dem 6194m hohen Mount Mc. Kinley nichts zu sehen. Kaum in Alaska angekommen, steht nun die Einreise in die USA an. Da jemand bei meiner Ausreise aus Hawaii im Jahre 2000 vergessen hatte (genaugenommen war es die im Jahre 2000 noch fehlenden Kontrollen in Detroit) das grüne Einreiseformular herauszureißen, gibt es zunächst einmal eine kleine Standpauke vom Einreisebeamten. Aber wo sind nun meine weiteren Reisekameraden und -kameradieschen? Bis auf einem habe ich in Frankfurt niemanden gesehen. Weiter geht es nun in 25-er Grüppchen zur Gepäckausgabe und das zu Fuß über den Flughafen. Hier gibt es auch einen Vorgeschmack auf die verrauchten Gegenden hier im Norden, die Sichtweite ist kaum 100m, es riecht nach Feuer und die Sonne ist nur ein kleiner roter Kreis. Schon 2 Monate lang soll es hier so sein. Nach der Gepäckausgabe erwartet uns Uwe unser Reiseleiter. Zug um Zug trottet auch der Rest der Gruppe ein bis wir mit zehn Mann/Frau unsere Maximalstärke erreicht haben, ein bunt gemischtes Völkchen ist mal wieder zusammengekommen. Uwe klärt uns auch gleich darüber auf, warum alles so verraucht ist: Im Norden ist aufgrund des extrem trockenen Jahres eine Fläche fast so groß wie Deutschland verbrannt bzw. brennt noch. Bei uns Zuhause gab es dazu nichts in den Nachrichten. Aber wehe ein Känguru hat 100km von Sydney entfernt eine kleine Brandblase an den Füßen, dann gibt es gleich wieder Sondersendungen im Fernsehen. Mit unserem Reisemobil für die nächsten drei Wochen, einem Ford Maxivan, geht es zum Hotel, denn heute gibt es zum letzten Male auf dieser Reise nochmals handelsübliche Betten als Rückenunterlage. Den Rest des Tages verbringen wir in der Innenstadt von Fairbanks, wo es gleich mal wieder einen Rotel-Bus als Attraktion gibt (sind denn die Dinger überall?). Anschließend geht es weiter zum Pioneerpark, einem Erholungspark hier im Norden (das fast 100.000 Einwohner zählende Fairbanks liegt am 64 Breitengrad). Ziemlich übermüdet geht es dann ab nach Betthausen zum Federlesemarkt, wie wir als Kinder immer zu sagen pflegten, wenn mir Schlafen gehen mussten. |
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