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Im schönsten Regenschauer hat uns Skagway empfangen und jetzt auch noch die Zelte aufstellen? Dazu müssen wir aber erst wieder 15km am Fjord entlang zum Campingplatz am Dyea Fluss fahren.
Trotz Protest einiger Reiseteilnehmer bauen wir die Zelte auf, bis zum Abend sind sie sicherlich wieder trocken.
Anschließend wollen wir uns in das Touri- Vergnügen nach Skagway wagen. Am Aussichtspunkt des Flughafens von Skagway wissen wir nun auch, woher eigentlich die ganzen Touristen (nicht nur die
Halben) kommen, in Skagway können Hochseeschiffe anlegen. Im Bild links sind dies von links nach rechts: Die “Sun Princess” (261m, 10 Decks, 1950 Passagiere), die im Sommer 2004 in Dienst gestellte
“Sapphire Princess” (260m, 2670 Passagiere), die “Statendam” (219m, 10 Decks, 1266 Passagiere) und die “Norwegian Sun” (260m, 12 Decks, 2050 Passagiere). Beladen sind die Schiffe
vor allen mit amerikanischen Rentner-Gangs, die hier zum Power-Shopping angekarrt werden. Das sagt dann schon alles über das Preisniveau von Skagway aus.
Was macht nun den Goldgräber-Freiluftzoo Skagway so reizvoll? Hier war der Beginn der Anreise zu den Goldfeldern des Klondike. Von Skagway aus starteten die Goldgräber über die White Pass
Route ihr Glück auf dem Weg nach Goldorado. Leute, die im benachbartem Dyea starten, mussten über den Chilkoot Pass gehen (siehe Panoramabild linke Route).
Im Jahre 1898 hatten Skagway und Dyea jeweils mehr als 10.000 Einwohner, heute hat Skagway 650 und Dyea existiert nicht mehr. Der Grund für den gänzlichen Untergang von Dyea war die
Eröffnung der White Pass & Yukon Route Railroad ab Skagway.
Wie schon erwähnt, mussten die Goldgräber Verpflegung für ein Jahr zur Einreise nach Kanada vorweisen, dass waren gut 1000 Pfund oder in etwa soviel wie links auf dem Bild zu sehen ist.
Folglich mussten die (Un-)Glücklichen sehr oft hin und her, um alles zu schaffen. Wer mehr Geld hatte, der konnte jemanden anstellen oder Packpferde benutzen. Oder man lieh sich Geld von
Kredithaien wie “Soapy Smith”, der in Wirklichkeit hier in Skagway sein Unwesen trieb und nicht in Dawson City Revolver mit den Fingern kreisen lassen musste (Lucky Luke “Am Klondike”). In
Dawson hatte er nur seine Mannschaft als Inkassoeintreiber.
Das Soapy Smith so etwas nicht lange überleben konnte (die Konkurrenz schläft bekanntlich nicht) musste er bei einem Revolverduell im Jahre 1898 genau das über sich ergehen lassen, was auch
eingefleischte Vegetarier nicht gerne haben, nämlich ins Gras beißen. Hierzu gibt es auch heute noch das in der Saison alltäglich in Skagway gespielte Musical “In the Years of 98” (Eintritt 14$, der sein
Geld wert ist).
Den Nachmittag verschlendern wir in Skagway, ein von meiner Nichte gewünschtes Orka-T-Shirt finde ich aber nirgendwo. Bei der Rückfahrt in der Nacht verlässt die “Sun Princess”
in voller Christbaumbeleuchtung Skagway in Richtung Lynn Canal, zum Fotografieren ist es aber schon zu dunkel.
Tag 16: Skagway - Fährfahrt nach Juneau
Erst um 16 Uhr soll heute die Fähre nach Juneau ablegen, das heißt, wir haben nochmals Zeit in Skagway. Im Unterschied zu gestern ist es heute trocken und die Sonne scheint.
Ich nutze die Zeit, um erstmals in meinem Leben ein Musical zu besuchen. In einem kleinen Theater wird während der Saison mehrmals täglich “In the Years of 98” aufgeführt, eine
Parodie auf die letzten Stunden von Soapy Smith (der hier einen verkannten Seifenverkäufer miemt).
Nach den üblichen Shopping-Touren geht es zum Fährterminal, damit wir um 17.30 Uhr auf die Fähre auffahren können. Wir fahren mit der 2004 in Dienst gestellten MV Fairweather, einem
Katamaran der Alaska Marine Parade, der keinen Schrauben-, sondern einen Jet-Boot-Antrieb hat. Mit den 4 von jeweils 4800PS starken MTU-Motoren gespeisten Turbinen sind Geschwindigkeiten bis zu 42 Knoten mit dem
ganz aus Aluminium hergestellten Schiff möglich. Damit verkürzt sich auch die Fahrzeit von Skagway nach Juneau von ehemals 5 auf gut 2 Stunden, deshalb auch die späte Abreise.
Die Fahrt geht durch den Lynn Canal, dem längsten Fjord der Erde. Umgarnt ist der Fjord von den Coast Mountains im Osten und den Ausläufern der Wrangell St.Elias Bergen im Westen, hier
genaugenommen von der Chilkat Range. Da mal wieder Regen angesagt ist, sind die Gletscher nur ganz selten und kurz zu sehen.
Gegen 20 Uhr kommen wir in Juneau, der Hauptstadt Alaskas an. Es gibt nur 3 Möglichkeiten nach Juneau zu kommen. Mit dem Schiff, dem Flugzeug oder man wird dort geboren. Eine
Straßenverbindung nach Juneau gibt es nicht und wäre auch technisch nicht ganz einfach möglich.
Da der Dauerregen sich nicht davon abbringen lässt, unseren Zeltplatz nicht zu verschonen, bleibt uns nichts anderes übrig, auch heute wieder unsere Behausungen im
strömenden Regen aufzubauen.
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