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Die restliche Ausrüstung wird auf die anderen Kanus verteilt. Bis auf das Boot mit Burgfräulein und Märchenprinz, wo unser Reiseleiter sicherheitshalber mitfährt, sind alle Boote immer mit 2
Personen besetzt.
Eine dritte Person auf unserem Boot wäre nicht ganz so gut gewesen, denn dann wäre aus unserem Kanu schnell ein U-Boot geworden.
Da der Yukon eine durchschnittliche Strömungsgeschwindigkeit von 7-8 km/h hat, sind Start- und Anlandemanöver immer ein interessantes Schauspiel.
Gut 4 bis 5 Stunden soll die heutige Tagesetappe dauern, für den Anfang schon nicht mal wenig. Wiedererwarten kann unser Schnellboot doch einen ziemlich geraden Kurs hinlegen, obwohl
Schlagmann Theo gut 20cm kleiner und 40kg leichter wie Meinereiner ist.
Deshalb müssen wir das Boot noch etwas austrimmen, denn was hilft es, wenn Theo vorne wegen meiner Gewichtsklasse nur noch Luftlöcher schlagen kann. Ich muss mich halt bei der Schlagkraft
und -länge etwas anpassen, weil sonst würde es mit der Zeit langweilig werden, wenn wir immer im Kreis fahren.
Ab Carmacks liegt das Flussbett des Yukons in einem Tal, fast schon ähnlich wie der Oberrheingraben, nur nicht so tief. Wir überlegen uns schon Namen für die Namen der verschiedenen
Weinberge, die wir hier anlegen könnten (z.B. “Yukoner Nacktarsch”).
Die Stille auf dem Fluss (in den nächsten 3 Tagen werden wir 2 Kanus sehen und 5 Autos hören) wäre ja wunderschön, aber vom Kommandostand eines unserer Kreuzer ist immer Gelabere ohne
Unterbrechung zu hören. Warum “Kreuzer”?
Tja, wenn man immer den Fluss zig-zag hinundherfährt bzw. fahren muss, weil der Steuermann keinen richtigen J-Schlag (Daumen nach unten) oder einen falschen J-Schlag (Daumen nach oben,
manchmal auch “Deppenschlag” genannt) durchführt, obwohl sich die Paddelkraft zum Schlagmann deutlich unterscheidet, der hat halt manchmal weitere Wege.
Da wir auf unserem Boot beschlossen haben, dem Kinderfaschingstreiben auf dem Yukon nicht weiter zuzuschauen (wir wollen richtig Paddeln, nicht nur Paddel-in-der-Waagrechte-halten wie im
Kemenatenboot üben, lassen wir uns etwas zurückfallen, üben zwischendurch mal das Nachbarboot abschleppen und ob wir auch gegen die Strömung ankommen.
Gegen 16 Uhr erreichen wir unseren ersten Übernachtungsplatz in einer Flussbiegung des Yukons. Das Anlanden klappt auf Anhieb problemlos. Die Zelte bauen wir im Wald zwischen den Bäumen auf,
das Lagerfeuer und der Kochplatz befinden sich außerhalb des Lagers an einer kleinen Anhöhe.
Die Zeit nach dem Lageraufbau bis zum Abendessen nutzen wir zu einer kleinen Bergsteigerübung an den Hängen rund um unser Lager.
Oben angekommen (etwa 150m über dem Yukon) bietet sich eine herrliche Sicht auf den verschlungenen Yukon. Auch gibt es wieder Losungen der unterschiedlichsten Gattungen. Und das es feuerrote
Ahornbäume gibt, das sehe ich heute zum ersten Mal.
Umgarnt wird unser Abendessen von einem herrlichen Sonnenuntergang (siehe Bild).
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