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Landschaft im Denali Nationalpark

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Artic Ground Squirl im Denali Nationalpark

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Birkhhuhn, Denali Nationalpark

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Grizzly- bzw. Braunbär, Denali Nationalpark

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Grizzly

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Dallschaf (lateinisch: Ovis dalli dalli), Denali Nationalpark

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Karibu, Denali Nationalpark

Tag 2: Fairbanks - Denali Nationalpark

Da wir ja in den nächsten drei Wochen Selbstversorger sein sollen, steht heute als Erstes der Esseneinkauf für die nächsten Tage an, gleichzeitig der letzte Supermarkt in den nächsten 5 Tagen.

Nachdem wir unseren Ford-Packesel sauber beladen haben, geht es auf dem Parks Highway in Richtung Süden. Erster Haltepunkt ist in Nenana am Zusammerfluss des Nenana und Tanana Flusses, wo auch die Verladestation von den Flusskähnen auf die Waggons der Alaska Railroad ist.

Alljährliches Highlight in Nenana ist das “Nenana Ice Classic”. Hierbei werden Wetten daraufhin angenommen (minutengenau!), wann denn nun das Eis auf dem Tanana River bricht. Hier liegt kein Rechtschreibfehler vor, denn der Tanana fließt bei Nenana in den Nenana River - oder so ähnlich. Die Angaben für 2004 schwankten zwischen Ende März und Mitte Juni (es soll auch schon mal Spezialisten gegeben haben, die auf den 31.April gewettet haben). Richtig war 29.04.2004 um 9.26 Uhr. Wäre ich in der Zeit dort aufs Eis gegangen, dann wäre es wettbewerbsverzerrend damals schon eingebrochen.

Trotz der extremen Rauchverhältnisse gelingt es uns kurz vor unserem heutigen Ziel, dem Grizzly Bear Campground am Denali Nationalpark, den ersten Bären zu erspähen.

So heißt es nun wieder, die erste Nacht in diesem Jahr im Zelt zu verbringen. Erstmals mit einer neuen Isomatte, einer Mischung aus Daune und Luftmatratze. Das Ding ist zwar nochmals teurer als eine Thermarest, aber um Lichtjahre besser (mein Erfahrungsbericht unter Ausrüstung). Auch werden wir über die Eigenheiten im Bärenland aufgeklärt, was da heißt: Zu keiner Zeit Nahrungsmittel oder Duftstoffe (von Furzen abgesehen) im Zelt (das gilt auch für Duschgel und Co., auch sollte man auf Duschen mit Gel und Co. am Nachmittag verzichten). Bären sind nämlich Beerenesser und sehr neugierig und menschliche Abfälle haben halt mal mehr Kalorien als Beeren. Es wird fast 23 Uhr, bis es richtig dunkel wird, auch zeigen sich nun die ersten Sterne am Himmel.

Tag 3: Denali NP

Geweckt vom Tuten der Alaska Railroad startet der heutige Tag sehr frühzeitig. Bereits um 7 Uhr müssen wir am Headquader des im Jahre 1917 nach dem gleichnamigen amerikanischen Präsidentschaftskandidat benannten Kinley Parks sein. Erst 1980 bekam er seinen heutigen Namen aus der Indianersprache: Denali (“der Große”), was auch gleich den Namen des höchsten Berges Nordamerikas wiedergibt, dem 6194m hohen Mount Denali oder Mount Mc Kinley, wie er bei uns genannt wird.

Mit Fahrzeugen darf nur die Parkverwaltung in den Park fahren, sodass wir mit einem Bus der Parkverwaltung vorlieb nehmen müssen (und der stammt wie die meisten anderen Busse aus den Restbeständen der 50-er Jahre des letzten Jahrhunderts). Fotos darf man nur vom Bus und an bestimmten Haltepunkten machen, oder man holt sich die Erlaubnis zum Hiking im Park. Hier hat man dann noch bessere Chancen auf einem der mehr als 250 Braunbären zu treffen. Der Braunbär, auch Grizzly-Bär genannt, wird hier im Norden nicht so groß wie an der Meeresküste, weil er sich von Beeren jeglicher Art ernähren muss und nicht darauf warten kann, dass ihm die Lachse ins Maul hüpfen, wie dies oft im Süden Alaskas der Fall ist. Unter www.lachs.de kann man den Bären ein paar Lachse wegessen.

Schon nach wenigen Kilometern kreuzt der erste Bär unsere Wege, wegen der sehr bescheidenen Sichtverhältnisse (es lag nicht an der beschlagenen Fensterscheibe) gibt es aber kaum fotografische Erfolgserlebnisse. Ganze 5 Stunden dauert die Fahrt bis zum Aussichtspunkt am Eielson Visitor Center, wo es den Denali einmal wieder nicht zum Sehen gibt. An der Tafel steht ja auch: “The same procedure like yesterday, only fog”. Auch die Weiterfahrt zum Wonder Lake bringt keine Besserung, sodass ein Artic Ground Squirrel (das Ding ist genauso quirlig wie sein Name) die erste fotografische (Tier-)Beute darstellt, naja, jeder fängt mal klein an. Da aber am Nachmittag die Sicht dramatisch besser wird (3km Sichtweite, das sind ja fast 3000% Besserung) gelangen doch noch einige Bären vor unsere Augen.

Auf einem Felsvorsprung sitzt auch ein weißes Dall-Schaf mit dem lateinischen Namen “ovis dalli dalli”.

3 aus unserer Gruppe durften in einem andern Bus mitfahren und bekommen sogar Wölfe zu Gesicht, dafür aber keine Bären. Erst gegen 19 Uhr kommen wir wieder an unserem Zeltplatz an.

Tag 4: Denali NP

Eigentlich wäre heute ein programmfreier Tag, aber wir haben uns kollektiv dazu entschieden, dass wir eine von einem Parkranger geführte Wandertour unternehmen. Hätten wir gewusst, dass dies nicht in eine Bären- sondern Beerensucherei ausartet und eher als kollektiver Spaziergang mit jeweils 4-stündiger An- und Abreise ausartet (solange dauert es, bis die Parkbusse sich 10km dem Eielson Vsitor Center nähern), dann hätten sich das wohl einige von uns anders überlegt. Dafür gibt es aber eine erste Bekanntschaft mit den Eigenheiten des Permafrostbodens, irgendwie ist hier alles ein wenig schwabbelig.

Obwohl wir wolkenfreien Himmel haben und wir am Aussichtspunkt zum Fotografieren des Mount Mc Kinley sind, es gibt aber auch gar nichts von dem fast 5000 Meter der vertikalen Erhebung des Berges zu sehen (wir sind auf etwa 1000m Höhe). Da Sicht ist aber heute schon bei fast rekordverdächtigen 10-15 Kilometern.

Dafür werden wir aber bei der Rückfahrt von fast 15 unterschiedlichen Grizzly-Bären entschädigt auch lassen sich die ersten Karibus sehen. Was wir jetzt noch nicht wissen: Es werden die letzten Grizzly-Bären der Reise gewesen sein. Den Abend verbringen wir ein letztes Mal auf unserem Campingplatz am Rande des Denali Nationalparks.

 

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