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Tag 5: Denali Highway
Heute werden wir erstmals mit Schotterpisten in Alaska Bekanntschaft machen, denn heute steht uns der bis auf wenige Kilometer (in Alaska eigentlich Meilen) geschotterte Denali Highway auf
der Tagesordnung. Bis zur Eröffnung des von Anchorage kommenden George Parks Highway war er die einzige Straßenverbindung vom Alaska Highway zum Denali Nationalpark. Zuvor mussten die Besucher des Denali NP mit der
Alaska Railroad von Anchorage aus kommend anreisen.
Der Highway selbst verläuft südlich der Alaska Range, dem westöstlich verlaufenden Gebirgszug in Alaska mit dem 4216m hohen Mount Hayes als höchstem Berg, zunächst am Flusslauf des Nenana
Rivers entlang. Die erste menschliche Behausung ist erst bei Kilometer 84, das Gracious House. Die am Roadhouse abgestellten Schneemobile bieten schon einen ersten Eindruck, was denn hier im Winter an Schnee zu
erwarten ist.
Durch den beginnenden Herbst bietet die Natur einen farbenfrohen Rahmen umgarnt von den schneebedeckten Bergen der Alaska Range. Auch zieht sich der Rauch immer weiter zurück, sodass auch
eine genügende Fernsicht gegeben ist.
Fast schon Formel 1 Gefühle kommen an unserem nächsten Haltepunkt auf, aber mit Maclaren ist hier kein Auto sondern “nur” der von der Glaciated Area der Alaska Range kommende
gleichnamige Gletscher gemeint.
Richtig entzückt sind einige von uns von den ersten Biberbauten, die sie hier entdecken, anscheinend gibt es hier noch keine Probleme mit weichenden (Biber-)Erben wie oft im süddeutschen
Raum.
Nach einem kurzen Zwischenstopp an einer Husky Station erreichen wir unser heutiges Tagesziel, unsere Blockhütte (die Einzahl ist hier richtig) an den malerisch gelegenen Tangle Lakes. An
der nahe gelegenen Lodge werden auch Kanus vermietet, sodass die Chance gleich von Einigen genutzt wird. Da ich heute als erster Nicht-Reiseleiter Küchendienst habe, verzichtete ich lieber darauf, ich will dem Rest
der Meute nicht schon beim ersten Essen die Laune verderben. Die Spaghetti mit Käsesoßenersatzessenzauszug (ich war beim Einkauf unschuldig!) und Champignons hat aber meines Erachtens jeder ohne größere Schäden
überstanden.
Die Bar der nahegelegenen Tangle Lakes Lodge nutzen einige von uns zum Verzehr von Usos (“Unbekannte Schnapsähnliche Objekte”), denn kaum einer kennt die nordamerikanischen
Hardcore-Alkoholika. Ich versuche mich lieber an sündhaft teuren (z.T. > 5 USD pro 12 Unzen Dose -ca. 350ml-) Anti- Budweiser/Miller/Corona Bierdoseninhalten.
Aber wie bringt man nun einen Teil der Meute mit ersten USO-bedingten Orientierungs- und/ oder Koordinierungsproblemen (die kalte Nachtluft um die 0°C bewirkt bei manchem Wundersames wie
Freistil-Square-Dance- Einlagen) unbeschadet auf die Empore des gemeinsamen Schlafsaals in der Hütte, ohne den Rest der Truppe die letzte Hoffnung auf eine Schlafmöglichkeit zu rauben?
Aber mit etwas Erfindungsreichtum und Organisationstalent lässt sich auch diese einmalige Hürde meistern und ich hab es mal wieder geschafft, dass der Text und die Bilder auf dieser Seite
zur gleichen Zeit aufhören.
Das aber die Verfrorenen unter uns (diejenigen die später aufgewärmte Steine in den Schlafsack mitnehmen werden) unbedingt an der offenen Balkontür schlafen wollen,
bleibt mir bis heute ein Rätsel.
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