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Nach Dawson City kommt man von Alaska aus nur mit der Fähre über dem Yukon, die verkehrt aber in den Nicht-Wintermonaten 24 Stunden am Tag.
Unser Abendessen genehmigen wir uns bei Klondike Kates bevor wir uns ins Nachtleben von Dawson City in der Diamond Tooth Gerties Gambling Hall stürzen werden. Hier gibt es abgestimmt auf die
zur Sommerzeit fast schon täglich einfallenden Rentner-Gangs der Holland American Lines Pseudo-Revues.
Wer sein Geld anderweitig losbringen will, der kann es auch an den Spieltischen und einarmigen Banditen versuchen, hier im nördlichsten Spielkasino der Welt. Aber außer, dass ich dem
kanadischen Staat etwas zu Steuereinnahmen verhelfe, gibt’s für mich im Spielkasino nichts zu gewinnen.
Tag 7: Dawson City
Die erste Überraschung gibt es für mich bereits bevor ich meinen (mollig warmen) Schlafsack erstmals verlassen muss. Eigentlich möchte ich mich ja nur mit einer Hand am Zeltboden abstützen,
aber irgendwie kommt mir der Boden so richtig ar...kalt vor. Die händische Vergleichstemperaturmessung mit meiner Daunenmatte trägt eigentlich nur noch mehr zur Verwirrung bei, das sind doch mindestens 20°
Unterschied, ist denn hier der Permafrostboden kälter als in Alaska? Weit gefehlt, es hat nur morgens um 7 Uhr Temperaturen bei etwa -6°C.
Die Auswirkungen dieser kalten Morgentemperaturen (der Rekord wird bei dieser Reise noch auf -11°C absinken, dann aber in einer Blockhütte), das Zeltgestänge ist zusammengefroren. Nur mit
gezielten Hammerschlägen lässt sich die “Kaltschweiß-” Verbindung wieder lösen. Die restlichen Arbeiten zum Campabbau verlaufen aber weitestgehend normal (und etwas schneller) als üblich.
Wo war denn nun der Platz, wo Dagobert Duck seine erste Tonne Gold geschürft hat? Dawson City selbst liegt am Yukon River. In den Yukon fliest der Klondike und ein unscheinbares Nebenrinnsal
des Klondike ist der Bonanza Creek, etwa 20km von Dawson City entfernt.
Am 17. August 1896 hatte der Bonanza Creek noch seinen ursprünglichen Namen, nämlich Rabbit Creek, genau an diesem Tag wurde auch das erste Gold hier gefunden, was den letzten großen
Goldrausch in der Geschichte Nordamerikas auslöste. Was dieser woanders noch alles bewirkte und heute noch bewirkt, das könnt Ihr weiter hinten unter Skagway nachlesen.
Unser Weg führt uns zunächst zu der Stelle, wo das erste Gold am Bonanza Creek, zum Discovery Claim, gefunden wurde. Ganz in der Nähe ist auch der Gold Dredge No. 4 fest im Wasser verzurrt.
Der riesige Schwimmbagger ist die industrialisierte Variante der Goldausbeute hier im Permafrostboden des Nordens. Vorn kommt der aufgebaggerte Boden rein und hinter das vom Gold befreite Geröll wieder raus. Bis in
das Jahr 1959 hat No. 4 dazu herhalten müssen.
Einige von uns lassen es sich nicht nehmen, selber nach Gold zu suchen. Dies kann an einigen Claims gegen Bezahlung mit Erfolgsgarantie durchgeführt werden. Würde man das Gold aber in einer
Bank kaufen, dann wäre dies zu einem Fünftel des Preises wie beim Selbstschürfen möglich.
Einen herrlichen Panoramablick auf Dawson City, übrigens mit 2.000 Einwohnern die zweitgrößte Stadt im Yukon Territory, bietet der Midnight Dome Aussichtspunkt, also nichts wie rauf.
Die nächsten Stunden nutzen wir neben dem Lebensmitteleinkauf für die nächsten Tage (ich hab auch noch tags zuvor die Verwaltung der Essenskasse gewonnen) zu einer Besichtigung der Stadt.
In Dawson City versucht man den Spagat zwischen Freilichtmuseum und lebendiger neuzeitlicher Stadt, von einem Goldrausch- Disneyland ist (noch) nichts zu sehen. An manchen Häusern erkennt
man auch die Bauweise auf den Frostboden.
Würde man sie einfach auf den Boden stellen, dann würden sie mit der Zeit mehr oder wenig unkontrolliert in den Boden einsinken, da die Wärme aus dem Haus den Boden unter dem Haus auftauen
würde. Beachten man dies nicht, dann wird es einem so gehen, wie dem Foto unten.
Geteerte Straßen gibt es Dawson City nicht, nur Gehsteige auf Holzbohlen. Am Yukon festverzurrt liegt auch ein gestrandeter Schaufelraddampfer.
Bekannteste literarische Personen von Dawson City sind der Schriftsteller Jack London, der hier einige Jahre sein Glück als Goldschürfer versucht hat und der Poet Robert
Service. Das Haus des Poeten Service ist auch heute noch zu besichtigen. Es liegt in einer der weiter oben gelegen Straßen von Dawson City.
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